Die zwölf Thesen zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

Jede These ist ein echter Zielkonflikt, keine Wohlfühlfrage. Jede Parteiposition dazu ist mit Zitat und Fundstelle belegt, nicht eingeschätzt. Wo eine Partei zu einer These nichts Auswertbares sagt, steht das ausdrücklich dabei, statt eine Annahme einzusetzen.

These 1 Themenfeld: Wirtschaft & Arbeit Zielkonflikt: Arbeitsplätze vs. Haushalt

Sachsen-Anhalt soll große Industrieansiedlungen weiter mit Landesmitteln anlocken.

Wenn du zustimmst

Weiter mitbieten: Ansiedlungen mit Landesgeld anlocken

Wenn du ablehnst

Aussteigen: keine Landesmittel mehr für Großansiedlungen

Worum es geht

Der Testfall Intel: 9,9 Milliarden zugesagt, null Arbeitsplätze entstanden.

  • Über 3 Mio. Euro Subvention je geplantem Arbeitsplatz; Normalfall (GRW): maximal 500.000.
  • Intel-Aus Juli 2025, Land kaufte 400 Hektar zurück, über 24 Mio. allein für Archäologie an die Stadt.
  • Der Preis des Nein ist auch belegt: Wirtschaft 2025 minus 0,2 Prozent, Industrie minus 2,7.
Ausführlich

Der Testfall liegt vor der Tür. Für die Intel-Ansiedlung bei Magdeburg hatte der Bund 2023 Beihilfen von 9,9 Milliarden Euro zugesagt, bei einer Investition von rund 30 Milliarden Euro und rund 3.000 geplanten Arbeitsplätzen. Das sind über drei Millionen Euro Subvention je Arbeitsplatz. Im Juli 2025 gab Intel das Projekt endgültig auf, Begründung: fehlende Nachfrage. Entstanden ist kein einziger Arbeitsplatz. Die Stadt Magdeburg hatte Intel 2022 rund 387 Hektar für etwa 110 Millionen Euro verkauft, das Land kaufte die rund 400 Hektar zurück, notariell beurkundet am 22. Mai 2026, und erstattet der Stadt mehr als 24 Millionen Euro allein für Archäologie. Zum Vergleich der Normalfall: die GRW-Förderung deckelt den Zuschuss bei maximal 500.000 Euro je neu geschaffenem Dauerarbeitsplatz. Der Preis eines Nein ist ebenfalls belegt: Sachsen-Anhalts Wirtschaftsleistung sank 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent, während Deutschland um 0,2 Prozent zulegte, das Produzierende Gewerbe ohne Bau verlor 2,7 Prozent, und das BIP je Erwerbstätigen liegt mit 83,1 Tausend Euro im unteren Bereich der Länder.

Was dafür spricht

CDU (Kernziel: Top-5-Ansiedlungsregion in Europa)

Wer aussteigt, verliert nicht das Geld, sondern die Ansiedlung.

  • Die Konkurrenz zahlt: nicht nur Bayern und Thüringen, auch Portugal, Spanien, Schweden.
  • Belege: Daimler Truck Halberstadt (rund 500 Mio., 450 bis 600 Jobs ab 2026), Avnet Bernburg.
  • Selbst der Intel-Fehlschlag hinterlässt 400 Hektar erschlossene Fläche; FMC plant dort eine Chip-Fabrik.
Ausführlich

Gefordert vor allem von der CDU, die es zum Kernziel macht: Sachsen-Anhalt soll 'zu einer der Top-5-Regionen für Ansiedlungen werden, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa'. Das Argument ist der Wettbewerb selbst, und es ist ehrlicher als es klingt: das Land konkurriert laut eigenem Programm 'nicht nur mit Bayern und Thüringen, sondern auch mit z. B. Portugal, Spanien, Schweden', und diese Standorte zahlen. Wer aussteigt, verliert nicht das Geld, sondern die Ansiedlung. Als Belege nennt die CDU Daimler Truck in Halberstadt, wo ein Global Parts Center für rund 500 Millionen Euro entstand mit 450 Arbeitsplätzen und bis zu 600 ab 2026, sowie Avnet in Bernburg. Und selbst der Intel-Fehlschlag hinterlässt einen Vermögenswert statt eines Loches: das Land hält jetzt rund 400 Hektar erschlossene Industriefläche, auf der laut Finanzminister Michael Richter das Dresdner Unternehmen FMC auf rund 100 Hektar eine Fabrik für Chips in KI-Rechenzentren plant.

Was dagegen spricht

AfD (Mittelstand statt Großkonzern-Subvention), Linke (Erschließung aussetzen, abgelehnt)

Der Fall selbst ist der Befund: vier Jahre Vorbereitung, null Arbeitsplätze, Rechnung beim Land.

  • Magdeburg bekam den Rückkauf-Kredit (184 Mio.) nicht genehmigt, rechnete 2025 mit 70 Mio. Haushaltsminus.
  • Die Intel-Rechnung lag beim Sechsfachen des GRW-Deckels von 500.000 Euro je Arbeitsplatz.
  • Noch nicht belegt: Gesamtausgaben des Landes für die Intel-Fläche; Förderhöhen für Daimler und Avnet.
Ausführlich

Der empirische Befund ist der Fall selbst. Vier Jahre Vorbereitung, Flächenkauf, Erschliessung und Archäologie haben null Arbeitsplätze erzeugt, und die Rechnung blieb beim Land und bei der Stadt. Magdeburg konnte die Fläche nicht selbst zurückkaufen, weil das Landesverwaltungsamt den dafür nötigen Kredit über 184 Millionen Euro nicht genehmigte, und rechnete für 2025 mit einem Haushaltsminus von 70 Millionen Euro. Der Größenunterschied ist das eigentliche Argument: die GRW erlaubt maximal 500.000 Euro je Arbeitsplatz, die Intel-Rechnung lag beim Sechsfachen davon. Die AfD greift genau hier an, Regierungsprogramm 2026 Kapitel IX Nr. 1: 'Förderung des Mittelstands statt Subventionierung globalistischer Grosskonzerne', der Fall zeige, 'dass sich milliardenschwere Subventionen für ein einzelnes Grossunternehmen nicht dafür eignen, strukturelle Wirtschaftsprobleme am Standort Sachsen-Anhalt zu lösen'. Die Linke forderte am 22. August 2025 im Landtag, weitere Erschliessungsarbeiten auszusetzen, 'bis sich Investoreninteressen mit hoher Wertschöpfungstiefe belastbar manifestieren'. Der Antrag wurde abgelehnt. Noch nicht belegt: was das Land selbst bislang für die Intel-Fläche ausgegeben hat, ist in keiner einzelnen geprüften Zahl veröffentlicht, und die Förderhöhe für Daimler Truck und Avnet ist nicht öffentlich.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Weiter mitbieten: Ansiedlungen mit Landesgeld anlocken

  • Das Land bietet weiter mit: bis 500.000 Euro je Dauerarbeitsplatz oder zwei Jahre Lohnkostenzuschuss.
  • Das Geld wird Jahre vor den Jobs gebunden und kann komplett verfallen, wie bei Intel.

Wenn du ablehnst

Aussteigen: keine Landesmittel mehr für Großansiedlungen

  • Ansiedlungen entscheiden sich nur noch über Lage, Energiepreis und Genehmigungstempo, gegen Mitbewerber, die zahlen.
  • Der Ausfall trifft eine Wirtschaft, die 2025 geschrumpft ist (minus 0,2 Prozent, Industrie minus 2,7).

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. CDU

    „Unser Ziel: Zu einer der Top-5-Regionen für Ansiedlungen werden, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Wir konkurrieren seit Langem nicht nur mit Bayern und Thüringen, sondern auch mit z. B. Portugal, Spanien, Schweden und oft auch mit dem Rest der Welt.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 10, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. FDP

    „Das Land hat bisher seine Hausaufgaben gemacht und in die Infrastruktur des geplanten High-Tech-Standorts investiert.“

    Andreas Silbersack (FDP-Fraktionsvorsitzender), Statement 'Wir stehen zur Intel-Ansiedlung', FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, 17.09.2024, https://fdp-fraktion-lsa.de/statement/silbersack-wir-stehen-zur-intel-ansiedlung/, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. AfD

    „Dieser wirtschaftspolitische Misserfolg zeigt, dass sich milliardenschwere Subventionen für ein einzelnes Großunternehmen nicht dafür eignen, strukturelle Wirtschaftsprobleme am Standort Sachsen-Anhalt zu lösen.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel IX Nr. 1 ('Förderung des Mittelstands statt Subventionierung globalistischer Großkonzerne!'), S. 143, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Die Linke

    „weitere Erschließungsarbeiten auszusetzen, bis sich Investoreninteressen mit hoher Wertschöpfungstiefe belastbar manifestieren“

    Landtag von Sachsen-Anhalt, Antrag DIE LINKE zur Debatte 'Was geschieht mit der Intel-Fläche?', 22.08.2025, https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/debatte-zur-intel-flaeche, Abruf 2026-08-09

Neutral, mit Beleg

  1. PdF

    „aktive Ansiedlungspolitik für Industrie und Fachkräfte; Fördermittel nur bei nachweisbarem regionalem Nutzen“

    Partei des Fortschritts, Landesverband Sachsen-Anhalt, 10 Punkte für ein starkes Sachsen-Anhalt, Punkt 3 Wirtschaft und Arbeitsplätze, https://partei-des-fortschritts.de/landtagswahl-sachsen-anhalt-2026/, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: SPD, Grüne, BSW, dieBasis, Freie Wähler, Gartenpartei, Die PARTEI, Tierschutzpartei, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. Intel-Absage, 9,9 Milliarden Euro Bundeshilfen, rund 30 Milliarden Investition, rund 3.000 Arbeitsplätze, Begründung fehlende Nachfrage: ZDFheute, 'Intel gibt Pläne für Fabrik in Magdeburg auf', abgerufen 2026-07-30
  2. 387 Hektar für rund 110 Millionen Euro 2022 verkauft, Haushaltsminus Magdeburg 70 Millionen Euro für 2025: taz, 'Aus der Intel-Chipfabrik: Magdeburg will Grundstück zurück', abgerufen 2026-07-30
  3. Rückkauf von rund 400 Hektar durch das Land, notariell am 22. Mai 2026, Erstattung von mehr als 24 Millionen Euro Archäologiekosten an Magdeburg, verweigerter Kredit über 184 Millionen Euro, FMC-Pläne auf rund 100 Hektar: Bauernzeitung, 'Intel verkauft 400 ha Acker für hohen Millionenbetrag zurück', 27.05.2026, abgerufen 2026-07-30
  4. GRW-Förderhöchstgrenze 500.000 Euro je neu geschaffenem Dauerarbeitsplatz und Lohnkostenvariante 36.000 bis 80.000 Euro: förderdatenbank.de, GRW gewerbliche Wirtschaft Sachsen-Anhalt, abgerufen 2026-07-30
  5. BIP Sachsen-Anhalt 2025 minus 0,2 Prozent, Produzierendes Gewerbe ohne Bau minus 2,7 Prozent, BIP je Erwerbstätigen 83,1 Tausend Euro: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, 'Rückgang des Bruttoinlandsproduktes 2025 in Sachsen-Anhalt um 0,2 %', abgerufen 2026-07-30
  6. CDU-Ziel Top-5-Ansiedlungsregion, Wettbewerber Bayern, Thüringen, Portugal, Spanien, Schweden, Daimler Truck Halberstadt und Avnet Bernburg, High-Tech Park als 'ostdeutscher Leuchtturm': CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm zur Landtagswahl am 6. September 2026, abgerufen 2026-07-30
  7. Daimler Truck Halberstadt, rund 500 Millionen Euro Investition, 450 Arbeitsplätze, bis zu 600 ab 2026: Daimler Truck Pressemitteilungen zum Global Parts Center Halberstadt, abgerufen 2026-07-30
  8. AfD-Position: AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel IX Nr. 1
  9. Antrag der Linken zur Intel-Fläche, abgelehnt: Landtag von Sachsen-Anhalt, Debatte zur Intel-Fläche, 22.08.2025, abgerufen 2026-07-30

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These 2 Themenfeld: Wirtschaft & Arbeit Zielkonflikt: Lohnniveau vs. Wettbewerb

Das Land soll öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen vergeben, die nach Tarif bezahlen.

Wenn du zustimmst

Nur noch an Tarifzahler vergeben

Wenn du ablehnst

Beim Vergabemindestlohn von 16,12 Euro bleiben

Worum es geht

Es gibt schon ein Tariftreuegesetz (seit 2023), die These verschärft es.

  • Heute gilt: Vergabemindestlohn 16,12 Euro (seit April 2026) für Bau und Dienstleistungen, Lieferungen ausgenommen.
  • Herbst 2025 gelockert (befristet bis Ende 2028): Wertgrenzen per Verordnung, Datenblatt statt Nachweis, ILO-Normen gestrichen.
  • Tarifbindung im Land: 48 Prozent (April 2025), 2022 waren es 51. Bundesweit: 49.
Ausführlich

Die These beschreibt keinen Neuanfang, sondern eine Verschärfung. Sachsen-Anhalt hat seit dem 1. März 2023 ein Tariftreue- und Vergabegesetz (TVergG LSA). Es verlangt aber keine Tarifbezahlung für alle Aufträge, sondern einen vergabespezifischen Mindestlohn für Bau- und Dienstleistungen, seit dem 1. April 2026 16,12 Euro je Stunde, orientiert an Entgeltgruppe 1 Stufe 2 des TV-L Ost. Lieferleistungen sind ausgenommen. Im Herbst 2025 wurde das Gesetz gelockert, in Kraft seit 1. November 2025 und befristet bis 31. Dezember 2028: die gesetzlichen Wertgrenzen entfallen und werden künftig per Verordnung gesetzt, der Tarifnachweis läuft über ein Datenblatt, die ILO-Kernarbeitsnormen wurden gestrichen. Der Preis des Status quo ist messbar: im April 2025 arbeiteten in Sachsen-Anhalt 48 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Betrieb, 36 Prozent nach Branchentarif, 12 Prozent nach Firmentarif. 2022 waren es noch 51 Prozent, 2023 und 2024 je 50 Prozent. Bundesweit sind es 49 Prozent.

Was dafür spricht

DGB, ver.di, sozialdemokratisches und linkes Spektrum

Fiskalisch, nicht moralisch: Billigvergabe subventioniert Löhne, deren Folgekosten der Staat selbst trägt.

  • Aufstockende Leistungen heute, Grundsicherung im Alter später, beides aus Steuergeld.
  • Der Bund macht es vor: Bundestariftreuegesetz ab 50.000 Euro Auftragswert.
  • WSI: die zahnlosen Landesgesetze der 2000er beweisen nichts gegen ein Gesetz mit Zähnen.
Ausführlich

Gefordert von DGB und ver.di sowie aus dem sozialdemokratischen und linken Spektrum. Das stärkste Argument ist nicht moralisch, sondern fiskalisch: der Staat ist einer der größten Auftraggeber im Land, und wenn er den billigsten Anbieter nimmt, subventioniert er mit Steuergeld ein Lohnniveau, dessen Folgekosten er an anderer Stelle selbst trägt, über aufstockende Leistungen und später über Grundsicherung im Alter. Der Bund hat diese Logik übernommen: das Bundestariftreuegesetz gilt für Aufträge ab 50.000 Euro. Und der häufigste Einwand, Tariftreuegesetze wirkten nicht, trifft laut WSI die falschen Gesetze: die Landesgesetze der frühen 2000er Jahre waren weitgehend deklaratorisch und hatten keine Durchsetzungskraft, aus ihrem Scheitern folgt nichts über ein Gesetz mit Zähnen.

Was dagegen spricht

CDU (hat 2025 selbst gelockert), IHK; im AfD-Programm kommt Tariftreue gar nicht vor

Die Landeszahlen arbeiten dagegen: Tarifbindung fiel trotz Gesetz von 51 auf 48 Prozent.

  • IW: nach Einführung der Tariftreuegesetze sank die Tarifbindung in fast allen Ländern weiter.
  • DGB selbst rechnet vor: 23 bis 31 Prozent der Aufträge bleiben unter den Schwellenwerten, also unerfasst.
  • IHK: mehr Nachweispflichten, längere Verfahren, weniger Bieter. Noch nicht belegt: Vergabevolumen und Kostenwirkung fürs Land.
Ausführlich

Der empirische Befund arbeitet gegen die Forderung, und zwar mit Zahlen aus Sachsen-Anhalt selbst. Seit März 2023 gilt hier ein Tariftreue- und Vergabegesetz. Die Tarifbindung ist im selben Zeitraum von 51 Prozent (2022) auf 48 Prozent (April 2025) gefallen. Das deckt sich mit dem Befund des IW, wonach die Tarifbindung nach Einführung der Tariftreuegesetze in allen Bundesländern ausser Mecklenburg-Vorpommern weiter stark zurückging. Dazu kommt der Zuschnitt: der DGB rechnet für die Bundesregelung vor, dass 23 Prozent der Bau-, 28 Prozent der Liefer- und fast 31 Prozent der Dienstleistungsaufträge unter dem Schwellenwert bleiben, also gar nicht erfasst werden. Die politische Richtung im Land läuft ausserdem entgegengesetzt: die CDU hält in ihrem Regierungsprogramm ausdrücklich fest, man habe 'bereits das Landesvergabegesetz im Herbst 2025 unter grosser Zustimmung der Unternehmensverbände deutlich gelockert', und will kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Aufträgen weiter erleichtern. Die IHK-Seite argumentiert, zusätzliche Nachweis- und Zertifizierungspflichten verlängerten Verfahren, erhöhten Kosten und verringerten die Zahl geeigneter Bieter. Bemerkenswert: im AfD-Regierungsprogramm 2026 kommt das Wort Tariftreue in keiner der 322 ausgewerteten Forderungen vor. Noch nicht belegt: das jährliche Vergabevolumen des Landes Sachsen-Anhalt und eine bezifferte Kostenwirkung für diesen Landeshaushalt.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Nur noch an Tarifzahler vergeben

  • Branchentarif als Pflicht statt 16,12 Euro; größter Sprung in Reinigung, Bewachung, Pflege, Bau.
  • Aufträge werden teurer (Land und Kommunen zahlen), kleine Betriebe tragen den Nachweisaufwand, ein Teil bietet nicht mehr mit.

Wenn du ablehnst

Beim Vergabemindestlohn von 16,12 Euro bleiben

  • Es bleibt beim Vergabemindestlohn von 16,12 Euro, nichts für Lieferleistungen.
  • Und bei einer Tarifbindung, die seit 2022 um drei Punkte gefallen ist.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. Die Linke

    „gleichen Lohn für gleiche Arbeit: landesweite Vorgaben, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen gehen, die tarifgebunden zahlen und keine Ausbeutungsmodelle nutzen“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', S. 88, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. SPD

    „Mit dem Tariftreue- und Vergabegesetz stärken wir die Tarifbindung im Land. Eine Ausweitung der bestehenden Einschränkungen oder eine Abschaffung dieses Gesetzes wird es mit uns nicht geben.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 8, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. Grüne

    „Deshalb soll die Tarifbindung in Sachsen-Anhalt durch das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz weiter gestärkt werden. Öffentliche Aufträge sollen nur an Unternehmen mit fairen Löhnen vergeben werden.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, S. 71, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  4. BSW

    „Öffentliche Aufträge und Fördermittel dürfen nur an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, S. 21, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09
  5. Tierschutzpartei

    „Zudem unterstützen wir das Tariftreuegesetz, das öffentliche Auftraggeber dazu verpflichtet, bei der Vergabe von Aufträgen sicherzustellen, dass die Unternehmen die geltenden Tarifverträge einhalten. So stellen wir sicher, dass faire Löhne und Arbeitsbedingungen auch bei öffentlichen Aufträgen gewahrt bleiben.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt zu Tarifverträgen und Tariftreuegesetz, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10
  6. Volt

    „Konsequente Vergabe öffentlicher Aufträge nur an Unternehmen mit nachweislicher Tarif- und Mindestlohneinhaltung“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 56, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. CDU

    „Ergänzend dazu haben wir bereits das Landesvergabegesetz im Herbst 2025 unter großer Zustimmung der Unternehmensverbände deutlich gelockert. Ziel war es, Vergabeverfahren zu vereinfachen und die schnelle Umsetzung von Investitionen [...] zu erleichtern.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 16, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. FDP

    „Deshalb haben wir das Vergabegesetz weitestgehend und gegen den größtmöglichen Widerstand novelliert. In den kommenden Jahren gilt es, das Tariftreue- und Vergabegesetz schnellstmöglich abzuschaffen.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 7, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: AfD, dieBasis, Freie Wähler, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzallianz. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. TVergG LSA in Kraft seit 1. März 2023: eVergabe-Portal Sachsen-Anhalt, 'Tariftreue- und Vergabegesetz Sachsen-Anhalt', abgerufen 2026-07-30
  2. Vergabemindestlohn 16,12 Euro je Stunde seit 1. April 2026 nach § 11 Abs. 3 TVergG LSA, Orientierung an TV-L Ost EG 1 Stufe 2: Handlungsanleitung zur Ermittlung des vergabespezifischen Mindestlohns, eVergabe-Portal Sachsen-Anhalt, Stand 04.03.2026, abgerufen 2026-07-30
  3. Novelle in Kraft 1. November 2025, befristet bis 31.12.2028, Wegfall der gesetzlichen Wertgrenzen, Tarifdatenblatt statt Eigenbenennung, Streichung der ILO-Normen, Tariftreue nur für Bau- und Dienstleistungen: cosinex Blog, 'Sachsen-Anhalt überarbeitet das Vergabegesetz', 04.11.2025, abgerufen 2026-07-30
  4. Tarifbindung Sachsen-Anhalt April 2025 bei 48 Prozent (36 Prozent Branchen-, 12 Prozent Firmentarif), 2022 bei 51, 2023 und 2024 bei je 50 Prozent, Bund 49 Prozent: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, berichtet über hallanzeiger.de, 29.04.2026, abgerufen 2026-07-30
  5. IW-Befund zum Rückgang der Tarifbindung trotz Tariftreuegesetzen und WSI-Gegenkritik, DGB-Rechnung zu den Aufträgen unterhalb des Schwellenwerts: WSI-Blog, 'Tariftreue in der öffentlichen Auftragsvergabe', 09.02.2026, abgerufen 2026-07-30
  6. Bundestariftreuegesetz ab einem Auftragswert von 50.000 Euro: BMAS, Gesetzesseite Tariftreuegesetz, abgerufen 2026-07-30
  7. Kritik an Nachweispflichten, längeren Verfahren und weniger Bietern: IHK Südthüringen, Pressemitteilung Februar 2026, abgerufen 2026-07-30
  8. CDU-Position zur Lockerung des Landesvergabegesetzes im Herbst 2025: CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm zur Landtagswahl am 6. September 2026, abgerufen 2026-07-30
  9. Kein Treffer für Tariftreue im AfD-Programm: eigene Volltextsuche in der internen Rechercheakte, 322 Forderungen, 2026-07-30

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These 3 Themenfeld: Migration & Integration Zielkonflikt: Kontrolle vs. Verwaltungsaufwand

Leistungen für Asylsuchende sollen in Sachsen-Anhalt überwiegend als Sachleistung oder Bezahlkarte ausgegeben werden.

Wenn du zustimmst

Bezahlkarte und Sachleistung ausweiten

Wenn du ablehnst

Mehr Bargeld und Ermessen der Kommunen

Worum es geht

Die Karte läuft schon: seit Januar 2025 in allen 14 Kreisen.

  • Rund 9.500 Karten in der ersten Runde, Bargeldobergrenze grundsätzlich 50 Euro je Person und Monat.
  • Überweisungen, Online-Käufe, Glücksspiel und Geldübermittler sind gesperrt, die Nutzung ist auf das Bundesgebiet begrenzt.
  • Der Betrieb steht mit 1,21 Millionen Euro für 2026 im Haushalt, rund 116 Euro je Karte und Jahr (eigene Rechnung).
Ausführlich

Sachsen-Anhalt hat die Bezahlkarte bereits, flächendeckend und seit anderthalb Jahren. Nach einem Erlass des Innenministeriums vom 19.11.2024 begann die Ausgabe am 26.11.2024 im Landkreis Börde, bis Januar 2025 hatten alle 14 Landkreise und kreisfreien Städte begonnen; in der ersten Runde gingen rund 9.500 Karten an die Kommunen. Die Bargeldobergrenze liegt bei grundsätzlich 50 Euro je leistungsberechtigter Person und Monat. Ueberweisungen, Lastschriften, Online-Käufe, Glücksspiel und Geldübermittlungsdienstleister sind gesperrt, die Nutzung ist auf das Bundesgebiet begrenzt und bei räumlicher Beschränkung auf bestimmte Postleitzahlenbereiche. In Aufnahmeeinrichtungen findet die Versorgung nach Paragraf 3 Abs. 2 AsylbLG ohnehin fast ausschließlich als Sachleistung statt, und der Vorrang der Geldleistung ausserhalb ist mit dem Gesetz vom 08.05.2024 entfallen. Die These beschreibt damit in weiten Teilen den Status quo. Der Betrieb kostet: im Haushaltsplan 2025/2026 stehen dafür im Einzelplan 03 1.100.000 Euro für 2025 und 1.210.000 Euro für 2026. Die mit der Secupay AG vereinbarten Preise nennt das Land nicht, sie gelten als Geschäftsgeheimnis. Bei rund 9.500 Karten entsprechen 1,1 Mio. Euro etwa 116 Euro je Karte und Jahr (eigene Rechnung, die tatsächliche Kartenzahl schwankt mit dem Zugang).

Was dafür spricht

CDU (eingeführt, dauerhaft absichern), AfD (Sachleistungsprinzip konsequent anwenden)

Verwaltungspraktisch, nicht symbolisch: Barauszahlung am Schalter bindet Personal und Bargeldlogistik.

  • Ein Testlauf in Magdeburg mit rund 1.000 Karten bestätigte nach Darstellung des Landes eine erhebliche Entlastung der Leistungsbehörde.
  • Die Karte läuft über das Visa-System mit über 1,2 Millionen Akzeptanzstellen und trägt keine personenbezogenen Daten.
  • Sie ist von einer normalen Bankkarte nicht zu unterscheiden und bleibt bei einem Umzug zwischen Behörden nutzbar.
Ausführlich

Die CDU hat die Karte eingeführt und führt sie als Erfolg: Sachsen-Anhalt sei eines der ersten Bundesländer gewesen, mit einer Bargeldobergrenze von 50 Euro und einer spürbaren Entlastung der Kommunen; wirksame Instrumente wie die Bezahlkarte werde man dauerhaft absichern und weiterentwickeln. Die AfD will darüber hinausgehen und das Sachleistungsprinzip konsequent anwenden sowie über die Bezahlkarte hinaus Möglichkeiten prüfen, Auslandszahlungen zu unterbinden (Kapitel II Nr. 15). Die stärkste Fassung des Arguments ist verwaltungspraktisch, nicht symbolisch: Barauszahlung am Schalter bindet Personal, erzeugt Bargeldlogistik und Sicherheitsaufwand. Ein Testlauf in Magdeburg mit rund 1.000 Karten hat nach Darstellung des Landes bestätigt, dass die Karte die Leistungsbehörde erheblich entlastet. Die Karte läuft über das Visa-Akzeptanzsystem mit bundesweit über 1,2 Millionen stationären Akzeptanzstellen, ist optisch nicht von einer normalen Bankkarte zu unterscheiden, trägt keine personenbezogenen Daten und bleibt bei einem Umzug zwischen Behörden nutzbar.

Was dagegen spricht

Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage, DIW, Bundesbank, Sozialgericht Hamburg; Die Linke will die Karte abschaffen

Das Problem hinter der Karte kann das Land selbst nicht beziffern.

  • Zu Rücküberweisungen und Schlepperzahlungen antwortete die Landesregierung im Januar 2025: Erkenntnisse liegen nicht vor.
  • Nur 7 Prozent der befragten Geflüchteten schicken Geld ins Ausland, gegenüber 12 Prozent aller Zugewanderten (DIW).
  • Nach einer Kommunalbefragung melden nur wenige Kommunen eine dauerhafte Entlastung, die Umstellung war für fast alle aufwendig.
Ausführlich

Das Land kann das Problem, mit dem die Karte begründet wird, selbst nicht beziffern. Auf die Frage im Landtag, wie hoch die Rücküberweisungen von AsylbLG-Leistungsbeziehenden aus Sachsen-Anhalt seit 2015 waren und welche Beträge an Schlepper flossen, antwortete die Landesregierung am 13.01.2025 wörtlich: Erkenntnisse im Sinne der Fragestellungen liegen der Landesregierung nicht vor. Die bundesweite Empirie zeigt in die andere Richtung. Nur 7 Prozent der zwischen 2013 und 2022 befragten Geflüchteten gaben an, Geld ins Ausland zu schicken, gegenüber 12 Prozent unter Zugewanderten insgesamt (DIW, 2024). Die Rücküberweisungen aus Deutschland stiegen nach Schätzung der Bundesbank 2024 um rund 14 Prozent auf etwa 7,7 Mrd. Euro und 2025 weiter auf rund 8,5 Mrd. Euro, also nach Einführung der Karte in fast allen Ländern; die Bundesbank betont allerdings, dass sich daraus nicht ablesen lässt, ob Geflüchtete Sozialleistungen ins Ausland überweisen. Beim Verwaltungsaufwand ist die Bilanz dünner als die Ankündigung: nach einer Kommunalbefragung des Mediendienst Integration vom November 2025 war die Umstellungsphase für fast alle Kommunen mit viel Aufwand verbunden, und nur wenige Kommunen melden eine dauerhafte Veränderung des Verwaltungsaufwands. Das Land selbst hat keine zusätzlichen Personalbedarfe eingeplant und formuliert die Entlastung als Erwartung, nicht als Nachweis. Rechtlich ist der Spielraum ausgereizt: eine pauschale Anweisung, generell Sachleistungen statt Geld zu gewähren, ist unzulässig, die Behörde muss im Einzelfall entscheiden, und restriktivere Mittel als die Bezahlkarte gelten als rechtlich unzulässig. Das Sozialgericht Hamburg hat entschieden, dass Leistungsberechtigten immer ein Grundstock an Bargeld zusteht, unabhängig vom Mehraufwand für die Verwaltung. Die Linke will die Karte sofort abschaffen und durch ein verpflichtendes Basiskonto ersetzen.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Bezahlkarte und Sachleistung ausweiten

  • Mehr echte Sachleistung kostet Verwaltung, statt sie zu sparen: Warenausgabe, Gutscheinsysteme oder Direktzahlungen an Vermieter.
  • An der Karte selbst ändert sich nichts, die 50-Euro-Grenze bleibt oder sinkt; der Betrieb steht mit 1,21 Millionen Euro für 2026 im Haushalt.

Wenn du ablehnst

Mehr Bargeld und Ermessen der Kommunen

  • Die Wirkung auf Auslandsüberweisungen bleibt unmessbar, weil das Land die Ausgangsgröße nie erhoben hat.
  • Die Karte bleibt (sie abzuschaffen wäre eine andere Frage), aber die Bargeldgrenze könnte steigen und der Ermessensspielraum der Kommunen größer werden.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. CDU

    „Sachsen-Anhalt hat als eines der ersten Bundesländer die Bezahlkarte für Flüchtlinge eingeführt, verbunden mit einer Bargeldobergrenze von 50 Euro und einer spürbaren Entlastung der Kommunen.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 7, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. AfD

    „Eine AfD-geführte Landesregierung wird das Sachleistungsprinzip im Einklang mit dem Asylbewerberleistungsgesetz konsequent anwenden, um finanzielle Fehlanreize für illegale Zuwanderer zu unterbinden. Außerdem werden – sofern nötig und möglich – über die Bezahlkarte hinaus Möglichkeiten geprüft werden, um Auslandszahlungen von „Flüchtlingen“ bzw. Asylanten zu unterbinden.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel II Nr. 15 ('Sachleistungen statt Geldleistungen, Auslandszahlungen unterbinden!'), S. 35, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. dieBasis

    „Wir unterstützen die Einführung und Verwendung einer Bezahlkarte. Sie sorgt für Transparenz, verhindert Fehlverwendungen und erleichtert Behörden die Verwaltung, ohne die Menschenwürde einzuschränken. Außerdem befürworten wir mehrheitlich Sachleistungen, wo diese sinnvoll und bedarfsgerecht eingesetzt werden können.“

    Landeswahlprogramm zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, Abschnitt 'Zielgerichtete und transparente Unterstützung', S. 12, https://diebasis-st.de/wp-content/uploads/2026/07/WP-für-Sachsen-Anhalt-08.07.2026.pdf, Abruf 2026-08-10
  4. Freie Wähler

    „Sachleistungen vor Geldleistungen für Asylbewerber,“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 48, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. Die Linke

    „Selbständige Kontoführung: Die diskriminierende Bezahlkarte wird durch ein verpflichtendes Basiskonto ersetzt.“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', S. 98, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Grüne

    „Wir fordern die Abschaffung der Bezahlkarte und wollen diese diskriminierende Praxis endgültig beenden. Sozialleistungen müssen unterschiedslos als Geldleistungen ausgezahlt werden, damit alle Menschen frei über ihre Mittel verfügen können.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, S. 74, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. Tierschutzpartei

    „Eine Bezahlkarte sehen wir als problematisch und diskriminierend an. Sie verpflichtet Geflüchtete, sich als diese auszuweisen und setzt sie somit verschiedenen Arten von Rassismus aus. [...] Wir sehen die Möglichkeit für eigene Konten, Bargeld und Eigenverantwortung als nachhaltigere Variante, Menschen langfristig in unsere Gesellschaft einzubinden.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt 2.2.3 Bezahlkarte, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10
  4. Volt

    „Wir lehnen die Bezahlkarte ab und setzen auf reguläre Bankkonten sowie Sozialleistungen ab Tag 1. Das stärkt Eigenverantwortung und verhindert unnötige Parallelstrukturen im Alltag“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 136, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: SPD, FDP, BSW, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzallianz. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. Erlass vom 19.11.2024, Vergabe an ein Konsortium unter Führung der Secupay AG am 25.09.2024 durch die Dataport AöR für 14 Bundesländer: Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt, Erlass Asylbewerberleistungsgesetz, Einführung und Betrieb eines Bezahlkartensystems, abgerufen 2026-07-30
  2. Einführungsdaten je Landkreis (ab 26.11.2024, alle bis Januar 2025), 50 Euro Bargeldobergrenze nach Beschluss der Regierungschefs vom 20.06.2024, Sperrung von Ueberweisungen, Online-Käufen und Geldübermittlern, Betriebskosten 1.100.000 Euro (2025) und 1.210.000 Euro (2026) im Einzelplan 03, Vertragspreise als Geschäftsgeheimnis, keine zusätzlichen Personalbedarfe landesseitig, Antwort auf die Fragen 3 und 4 (keine Erkenntnisse zu Rücküberweisungen und Schlepperzahlungen): Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 8/2658 des Abgeordneten Wulf Gallert, Drucksachennummer 283/2025, 13.01.2025, abgerufen 2026-07-30
  3. Rund 9.500 Bezahlkarten in der ersten Ausgabe: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt führt die Bezahlkarte für Asylbewerber landesweit ein, 19.11.2024, abgerufen 2026-07-30
  4. 7 Prozent der Geflüchteten schicken Geld ins Ausland gegenüber 12 Prozent aller Zugewanderten (DIW 2024), Bundesbank-Schätzung 7,7 Mrd. Euro 2024 nach plus 14 Prozent, Vorbehalte der Bundesbank: Mediendienst Integration, Mehr Rücküberweisungen ins Ausland, 03.04.2025, abgerufen 2026-07-30
  5. Rund 8,5 Mrd. Euro Rücküberweisungen 2025, plus rund 3 Prozent: Mediendienst Integration, Remittances, abgerufen 2026-07-30
  6. Kommunalbefragung November 2025 zum Verwaltungsaufwand, alle Länder ausser Berlin haben die Karte eingeführt, Bargeldobergrenzen im Ländervergleich: Mediendienst Integration, Bezahlkarte für Asylbewerber, Stand 21.05.2026, abgerufen 2026-07-30
  7. Keine pauschale Anweisung zur Sachleistung zulässig, restriktivere Mittel als die Bezahlkarte rechtlich unzulässig, Grundstock an Bargeld nach SG Hamburg, Beschluss vom 18.07.2024, S 7 AY 410/24 ER: Verfassungsblog, Verabschiedungskultur jenseits des Rechts, 07.04.2026, Randnummer 780, abgerufen 2026-07-30
  8. Position CDU (Karte eingeführt, 50 Euro, dauerhaft absichern): CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm zur Landtagswahl am 6. September 2026, Kapitel Migration, abgerufen 2026-07-30
  9. Position AfD (Sachleistungsprinzip konsequent anwenden, Auslandszahlungen über die Bezahlkarte hinaus unterbinden): AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel II Nr. 15
  10. Position Die Linke (Bezahlkarte sofort abschaffen, verpflichtendes Basiskonto): Die Linke Sachsen-Anhalt, Entwurf Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt Willkommens-Offensive und Zeilen 3859 bis 3862, abgerufen 2026-07-30

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These 4 Themenfeld: Migration & Integration Zielkonflikt: Rechtsdurchsetzung vs. Härte im Einzelfall

Das Land soll Abschiebungen konsequenter durchsetzen.

Wenn du zustimmst

Vollzug ausweiten, konsequenter abschieben

Wenn du ablehnst

Ultima ratio: auf freiwillige Ausreise setzen

Worum es geht

Real abschiebbar sind rund 800 Personen, nicht 4.711.

  • Zum 31.12.2024 waren 4.711 Menschen ausreisepflichtig (niedrigster Wert seit 2014); 3.908 davon haben eine Duldung und dürfen nicht abgeschoben werden.
  • Vollzug 2024: 654 Abschiebungen, bei 1.252 bestanden Vollzugshindernisse; 2025 gingen 1.027 Menschen freiwillig, fast doppelt so viele wie abgeschoben wurden.
  • Das teuerste Instrument ist im Bau: Volkstedt, 37,4 Mio. Euro für 30 Haftplätze, rund 1,25 Mio. je Platz.
Ausführlich

Die Zahl, um die gestritten wird, ist deutlich kleiner als sie klingt. Zum 31.12.2024 waren in Sachsen-Anhalt 4.711 Menschen ausreisepflichtig, der niedrigste Wert seit Dezember 2014. Davon hatten 3.908 eine Duldung, dürfen also aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden (Paragraf 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG); real abschiebbar sind rund 800 Personen. Der Vollzug: 654 Abschiebungen 2024, wobei bei 1.252 geplanten Abschiebungen bestanden Vollzugshindernisse; 2025 standen 576 Abschiebungen 1.027 freiwilligen Ausreisen gegenüber, fast doppelt so viele Menschen gingen freiwillig. Der Preis des Status quo ist beziffert: rund 3.900 Menschen leben mit Duldung im Land, mit befristeten Papieren und eingeschränktem Zugang zu Arbeit und Förderung. Das teuerste Instrument einer Ausweitung ist im Bau: die Abschiebehaftanstalt Volkstedt, 37,4 Mio. Euro für 30 Plätze, rund 1,25 Mio. Euro je Platz, geplante Inbetriebnahme 2027.

Was dafür spricht

AfD (100-Mio-Offensive), CDU und FDP (konsequente Rückführung, Volkstedt 2027), PdF

Bei 1.252 von 1.906 geplanten Abschiebungen bestanden 2024 Vollzugshindernisse.

  • Der Vollzug ist Ländersache: ein abgelehnter Bescheid ohne Vollzug ist folgenlos.
  • CDU: 'Wo Fluchtgründe entfallen sind, muss eine konsequente Rückführung erfolgen'; FDP will Abschiebungen 'effizienter als bisher ermöglichen'.
  • Die AfD veranschlagt 100 Mio. Euro für eine Abschiebeoffensive und mindestens 300 Haftplätze.
Ausführlich

Gefordert von AfD, CDU und FDP, in dieser Reihenfolge der Härte. Die AfD hat im Alternativen Haushalt 2025/2026 100 Mio. Euro für eine Abschiebeoffensive eingestellt und nennt 1.252 gescheiterte Abschiebungen im Jahr 2024; die Zahl ist mit der amtlichen Jahresbilanz rechnerisch konsistent (1.906 geplante minus 1.252 gescheiterte ergibt die 654 vollzogenen). Die CDU formuliert: 'Wo Fluchtgründe entfallen sind, muss eine konsequente Rückführung erfolgen', und will die Abschiebungssicherungseinrichtung des Landes 2027 in Betrieb nehmen. Die FDP will Abschiebungen 'effizienter als bisher ermöglichen', die Hafteinrichtung spätestens Ende 2027 öffnen und bis dahin Gewahrsamsplätze über andere Bundesländer sichern. Die Partei des Fortschritts nennt 'Rückführung bei fehlendem Aufenthaltsrecht' als Ziel. Das Argument in seiner stärksten Form ist ein Rechtsstaatsargument: der Vollzug des Aufenthaltsrechts ist Ländersache (Artikel 83 GG, Paragraf 71 AufenthG); ein Asylrecht, das zwischen Schutz und Zuwanderung unterscheidet, muss die Ablehnung auch vollziehen, sonst ist der Bescheid folgenlos.

Was dagegen spricht

Linke (kategorisch), SPD (ultima ratio), Tierschutzpartei (Bundesprogramm); BSW belegt in der Mitte

2025 wirkte die Rückkehrberatung, nicht der Zwang.

  • 1.027 freiwillige Ausreisen standen 576 Abschiebungen gegenüber; gewirkt hat die ausgebaute Beratung.
  • 83 Prozent der Ausreisepflichtigen sind geduldet; die Forderung setzt an rund 800 Personen an.
  • Die Instrumente sind teuer und eng begrenzt: 1,25 Mio. Euro je Haftplatz, über die Hälfte der Haftanordnungen ist nach anwaltlichen Erfahrungswerten rechtswidrig.
Ausführlich

Die Linke lehnt die Gegenrichtung kategorisch ab: 'Das Recht auf Asyl, der Schutz vor Abschiebung und das Recht auf Familiennachzug sind für uns nicht verhandelbar.' Die SPD setzt dagegen auf Bleibeperspektive und freiwillige Rückkehr: 'Abschiebungen bleiben die ultima ratio.' Die Tierschutzpartei spricht sich im Bundesprogramm 'entschieden gegen Abschiebungen' aus. Das BSW steht belegt in der Mitte: konsequente Abschiebung für definierte Fälle, aber arbeitende Geduldete 'dürfen nicht abgeschoben werden'. Die Sachargumente: erstens setzt die Forderung an rund 800 real abschiebbaren Personen an, 83 Prozent der Ausreisepflichtigen sind geduldet. Zweitens hat 2025 nachweislich die ausgebaute Rückkehrberatung gewirkt, nicht der Zwang: 1.027 freiwillige Ausreisen stehen 576 Abschiebungen gegenüber. Drittens sind die Instrumente teuer und rechtlich eng begrenzt: 1,25 Mio. Euro je Volkstedt-Haftplatz, die Trennung von Straf- und Abschiebehaft ist zwingend (Paragraf 62a AufenthG, EuGH C-519/20), und nach anwaltlichen Erfahrungswerten ist mehr als die Hälfte aller Abschiebehaftanordnungen rechtswidrig.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Vollzug ausweiten, konsequenter abschieben

  • Das Land weitet den Vollzug aus: Volkstedt geht in Betrieb (37,4 Mio. Euro, 30 Plätze), die AfD-Offensive käme auf 100 Mio. Euro plus dreistellige Millionen für 300 Plätze.
  • Adressiert sind rund 800 real abschiebbare Personen.

Wenn du ablehnst

Ultima ratio: auf freiwillige Ausreise setzen

  • Der Vollzug bleibt bei rund 600 Abschiebungen und rund 1.000 freiwilligen Ausreisen im Jahr; 1.252 gescheiterte Abschiebungen bleiben Normalzustand.
  • Rund 3.900 Menschen bleiben geduldet im Land, mit befristeten Papieren und eingeschränktem Zugang zu Arbeit und Förderung.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. CDU

    „Wo Fluchtgründe entfallen sind, muss eine konsequente Rückführung erfolgen. Die neue Abschiebungssicherungseinrichtung des Landes werden wir 2027 in Betrieb nehmen.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 7, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. AfD

    „Im Jahre 2024 wurden von der CDU-geführten Landesregierung lediglich 654 ausreisepflichtige Personen abgeschoben, während 1.252 Abschiebungen scheiterten. Die AfD-Landtagsfraktion hat im Alternativen Haushalt für die Jahre 2025 und 2026 einen Betrag in Höhe von 100 Millionen Euro zur Einleitung einer Abschiebeoffensive für ausreisepflichtige Ausländer eingestellt.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel II Nr. 30 ('Ausreisepflichtige konsequent abschieben – Abschiebeoffensive einleiten!'), S. 43, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. FDP

    „Dort, wo es erforderlich ist, werden wir Abschiebungen effizienter als bisher ermöglichen. Dafür wird in Sachsen-Anhalt die geplante Abschiebungshafteinrichtung spätestens Ende 2027 in Betrieb gehen und bis dahin durch Kooperationsvereinbarungen mit anderen Bundesländern für ein ausreichendes Kontingent an Gewahrsamsplätzen gesorgt werden.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 10, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10
  4. PdF

    „Rückführung bei fehlendem Aufenthaltsrecht“

    Partei des Fortschritts, Landesverband Sachsen-Anhalt, 10 Punkte für ein starkes Sachsen-Anhalt, Punkt 9 Migration und Integration, https://partei-des-fortschritts.de/landtagswahl-sachsen-anhalt-2026/, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. Die Linke

    „Das Recht auf Asyl, der Schutz vor Abschiebung und das Recht auf Familien-nachzug sind für uns nicht verhandelbar.“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', S. 100, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. SPD

    „Menschen, die arbeiten, lernen oder eine Ausbildung absolvieren, sollen eine Bleibeperspektive haben. Freiwillige Rückkehr wird unterstützt. Abschiebungen bleiben die ultima ratio. Ordnung und Humanität schliessen sich nicht aus.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 33, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. Tierschutzpartei

    „Abschiebungen stellen eine äußerst kostenintensive und inhumane Methode dar, um Probleme auf andere Staaten abzuwälzen. Wir sprechen uns entschieden gegen Abschiebungen aus.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt 2.2.2 Abschiebungen, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10

Neutral, mit Beleg

  1. BSW

    „Dazu gehört auch die konsequente Abschiebung, wenn kein Anspruch auf Asyl besteht, Asylmissbrauch vorliegt oder Migranten straffällig werden. [...] Geduldete Menschen, die sozialversicherungspflichtig arbeiten, Steuern zahlen oder sich in einer Ausbildung befinden, dürfen nicht abgeschoben werden.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, S. 61 und S. 63, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09

Keine belegbare Position: Grüne, dieBasis, Freie Wähler, Gartenpartei, Die PARTEI, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. 4.711 Ausreisepflichtige zum 31.12.2024, niedrigster Wert seit Dezember 2014; 654 Abschiebungen 2024; 601 freiwillige Ausreisen 2024: Pressemitteilung des Ministeriums für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt vom 25.01.2025, abgerufen 2026-07-30
  2. 3.908 Geduldete und 803 vollziehbar Ausreisepflichtige ohne Duldung zum 31.12.2024 (Ausländerzentralregister), berichtet über statista, abgerufen 2026-07-30. Die Summe entspricht exakt den 4.711 der Landespressemitteilung.
  3. 576 Abschiebungen 2025, davon 173 Dublin-Überstellungen, und 1.027 freiwillige Ausreisen: Bericht über dubisthalle.de, gestützt auf die Landtagsdrucksache LT-LSA-Drs. 8/6729, abgerufen 2026-07-30
  4. Abschiebehaftanstalt Volkstedt: 37,4 Mio. Euro für 30 Plätze; Trennungsgebot nach Paragraf 62a Abs. 1 AufenthG, Artikel 16 Rückführungsrichtlinie und EuGH C-519/20; mehr als die Hälfte der Abschiebehaftanordnungen nach anwaltlichen Erfahrungswerten rechtswidrig; Rückkehrberatung ausgebaut, 2025 mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen (LT-LSA-Drs. 8/6729): Mark Niklas Cuno und Lukas Bornschein, Verabschiedungskultur jenseits des Rechts, Verfassungsblog, 07.04.2026, Randnummern 1015, 1042, 1071 und 2670, abgerufen 2026-07-30
  5. Landtag Sachsen-Anhalt, Drucksache 8/5680, Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 8/2999 des Abg. Matthias Büttner (Staßfurt, AfD), 02.07.2025, Antwort auf Frage 1, S. 3: "Im Jahr 2024 konnten von 1.906 geplanten Abschiebungen 654 vollzogen werden. In 1.252 Fällen bestanden Vollzugshindernisse." https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp8/drs/d5680aak.pdf, am Primärtext geprüft 17.08.2026
  6. Position AfD (100 Mio. Euro Abschiebeoffensive): AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel II Nr. 30, S. 43, geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. Position CDU (konsequente Rückführung, Abschiebungssicherungseinrichtung 2027): CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, S. 7, geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  8. Position FDP (Abschiebungen effizienter, Hafteinrichtung Ende 2027): FDP Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 10, geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  9. Position BSW (belegte Mitte: konsequente Abschiebung für definierte Fälle, Schutz arbeitender Geduldeter): BSW Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, S. 61 und S. 63, geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  10. Position Linke (Schutz vor Abschiebung nicht verhandelbar): Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, S. 100, geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  11. Position SPD (ultima ratio, freiwillige Rückkehr): SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 33, geprüft gegen Volltext 2026-08-12

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These 5 Themenfeld: Energie & Umwelt Zielkonflikt: Ernährung und Landschaft vs. Ausbau

Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen keine neuen Solarparks mehr genehmigt werden.

Wenn du zustimmst

Acker für Landwirtschaft reservieren

Wenn du ablehnst

Beim Zubau-Deckel von 100 Megawatt bleiben

Worum es geht

Das Land deckelt schon: 100 Megawatt Zuschläge pro Jahr, etwa 100 Hektar.

  • Zulässig ist nur früheres Ackerland in benachteiligten Gebieten; Schutzgebiete und Grünland sind ausgeschlossen.
  • Zum Maßstab: 60,1 Prozent der Landesfläche sind Landwirtschaft; der Deckel erlaubt weniger als ein Hundertstel Prozent davon pro Jahr (eigene Rechnung).
  • Wie viele Hektar heute unter Freiflächen-Photovoltaik liegen, ist nicht zentral ausgewiesen.
Ausführlich

Sachsen-Anhalt begrenzt Solarparks auf Acker bereits selbst. Die Freiflächenanlagenverordnung ist am 26. Februar 2022 in Kraft getreten und öffnet benachteiligte Gebiete für die EEG-Ausschreibungen, allerdings mit einer Zuschlagsgrenze von 100 Megawatt zu installierender Leistung pro Kalenderjahr, was ungefähr 100 Hektar Fläche im Jahr entspricht. Ausgeschlossen sind Natura-2000-Gebiete, Naturschutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope und Grünland; zulässig ist nur, was zum Zeitpunkt des Aufstellungsbeschlusses als Ackerland genutzt wurde. Zum Vergleich: 60,1 Prozent der Landesfläche von 20.459 Quadratkilometern sind landwirtschaftliche Fläche, rund 1,23 Millionen Hektar. Der Deckel begrenzt den Zubau also auf weniger als ein Hundertstel Prozent dieser Fläche pro Jahr (eigene Rechnung aus den beiden veröffentlichten Werten). Wie viele Hektar in Sachsen-Anhalt derzeit unter Freiflächen-Photovoltaik liegen, ist nicht zentral ausgewiesen: noch nicht belegt, zu prüfen wäre der Energieatlas Sachsen-Anhalt oder das Marktstammdatenregister nach Anlagentyp und Landkreis.

Was dafür spricht

AfD (keine Solarparks auf Ackerland), Teile der CDU, Stimmen aus dem Bauernverband

Solar zahlt je Hektar ein Vielfaches der Agrarpacht, das treibt die Pachtpreise.

  • Steigende Pacht trifft Pächter härter als Eigentümer, die dieselbe Fläche zum Wirtschaften brauchen.
  • Die Magdeburger Börde gehört zu den ertragreichsten Böden Deutschlands, und Boden ist nicht vermehrbar.
Ausführlich

Gefordert von der AfD (Regierungsprogramm 2026, Kapitel X Nr. 7 'Keine Solarparks in deutschen Kulturlandschaften und auf heimischem Ackerland', dazu Nr. 21 mit dem Argument, großflächige Solarparks verhinderten die Aufnahme von Regenwasser und förderten Bodentrockenheit) und in abgeschwächter Form von Teilen der CDU und aus dem Bauernverband. Die tragfähige Fassung des Arguments ist nicht Ernährungssicherheit, sondern der Pachtmarkt: Photovoltaik zahlt je Hektar ein Vielfaches der landwirtschaftlichen Pacht, das treibt die Pachtpreise für Betriebe, die dieselbe Fläche zum Wirtschaften brauchen, und trifft Pächter härter als Eigentümer. Dazu kommt, dass Sachsen-Anhalt mit der Magdeburger Börde einige der ertragreichsten Böden Deutschlands hat, und Boden ist nicht vermehrbar.

Was dagegen spricht

Rechen-Einwand mit Umweltbundesamt-Zahlen; das Energieministerium wirbt für Agri-Photovoltaik

Ein Hektar Solar liefert rund 40-mal mehr Energie als ein Hektar Energiemais.

  • Rund 800 Megawattstunden je Hektar Photovoltaik gegenüber im Mittel 20 bei Mais für Biogas (Umweltbundesamt).
  • Fast 14 Prozent der Agrarfläche dienen schon Energiepflanzen; der gesamte PV-Ausbau bis 2040 bräuchte bis zu 0,5 Prozent der Bundesfläche.
  • Agri-Photovoltaik erlaubt beide Nutzungen auf demselben Hektar; Deutschlands größte Anlage steht in Sachsen-Anhalt.
Ausführlich

Das Ernährungsargument hält der Rechnung nicht stand. Nach Zahlen des Umweltbundesamtes erzeugt ein Hektar Freiflächen-Photovoltaik im Jahr rund 800 Megawattstunden Strom, ein Hektar Mais für eine Biogasanlage im Mittel 20 Megawattstunden, also etwa der Faktor 40. Gleichzeitig nutzt Deutschland schon heute fast 14 Prozent seiner landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Anbau von Energiepflanzen, während der gesamte Photovoltaik-Ausbau bis 2040 langfristig bis zu 0,5 Prozent der Bundesfläche bräuchte. Wer Ackerfläche vor der Energieerzeugung schützen will, müsste also beim Energiemais anfangen, nicht bei der Photovoltaik, die auf derselben Fläche ein Vielfaches liefert. Hinzu kommt Agri-Photovoltaik, die beide Nutzungen auf demselben Hektar erlaubt; Deutschlands größte Anlage dieser Bauart steht in Sachsen-Anhalt, und das Energieministerium sieht darin ausdrücklich eine Entwicklungschance für das Land.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Acker für Landwirtschaft reservieren

  • Grundeigentümer verlieren eine Pachtoption deutlich über der Agrarpacht; Photovoltaik weicht auf teurere Flächen aus.
  • Der Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung, zuletzt 62 Prozent, wächst langsamer.

Wenn du ablehnst

Beim Zubau-Deckel von 100 Megawatt bleiben

  • Bis zu 100 Hektar Acker pro Jahr können weiter zu Solarparks werden, begrenzt auf schwächere Böden.
  • Über die Höhe entscheidet das Land selbst und kann sie jederzeit senken; Schutzgebiete und Grünland bleiben ausgeschlossen.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. AfD

    „Die AfD lehnt die Errichtung industrieller und großflächiger Solarparks in deutschen Kulturlandschaften und auf heimischem Ackerland ab. Schließlich führen Photovoltaikanlagen in diesen Gebieten zu lokaler Erwärmung und Bodenaustrocknung. Über Generationen hinweg gepflegtes Acker- und Grünland muss erhalten bleiben und zur Sicherstellung der lokalen Versorgung mit Nahrungsmitteln weiterhin einer landwirtschaftlichen Nutzung dienen.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel X Nr. 7 ('Keine Solarparks in deutschen Kulturlandschaften und auf heimischem Ackerland!'), S. 159, dazu Nr. 21 ('Mikroklima schützen – Energiewende stoppen!', S. 167), https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. BSW

    „Photovoltaik ist auf Dächer und bereits versiegelte Flächen zu lenken, um wertvolle Acker- und Grünflächen zu schonen.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, S. 82, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. dieBasis

    „Unsere Mitglieder sprechen sich u.a. deshalb dafür aus, Solaranlagen ausschließlich auf bereits versiegelten Flächen zu errichten – beispielsweise auf Dächern, Parkplätzen oder Industriearealen –, um weitere Eingriffe in die Natur zu verhindern. [...] Der Ausbau von Solartechnik soll deswegen nicht weiter staatlich gefördert werden und darf ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen, d.h. dass der Bau von Solaranlagen nicht durch staatliche Quoten oder Druck erzwungen werden darf.“

    Landeswahlprogramm zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, Abschnitt 'Freiwilligkeit statt Druck: Solaranlagen nur auf geeigneten Flächen', S. 9, https://diebasis-st.de/wp-content/uploads/2026/07/WP-für-Sachsen-Anhalt-08.07.2026.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. CDU

    „Bei Freiflächenanlagen steuern wir den Ausbau nachhaltig: Hochwertige Ackerböden bleiben der Ernährungssicherung vorbehalten. Wir fokussieren uns stattdessen auf Brach- und Konversionsflächen, ertragsschwache Böden sowie die kluge Doppelnutzung durch Agri-PV.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 46, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. Die Linke

    „Agri-PV gezielt fördern, um Böden für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', S. 107, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. SPD

    „Landwirtschaftliche Flächen dienen vorrangig der Lebensmittelproduktion. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Biomasse, Photovoltaik und Agri-PV werden dort genutzt, wo sie sinnvoll sind und Nutzungskonflikte vermieden werden.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 48, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  4. Grüne

    „Wir streben an, den Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen kontrolliert und naturverträglich zu steuern und mit hohen Standards zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität zu untermauern.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, S. 18, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026

Keine belegbare Position: FDP, Freie Wähler, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzpartei, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. Freiflächenanlagenverordnung Sachsen-Anhalt in Kraft seit 26.02.2022, Zuschlagsgrenze 100 Megawatt pro Kalenderjahr, Ausschluss von Natura 2000, Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen und Grünland, Beschränkung auf zuvor als Ackerland genutzte Flurstücke: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt, 'Freiflächenanlagenverordnung', abgerufen 2026-07-30
  2. 100 Megawatt entsprechen ungefähr 100 Hektar Flächennutzung pro Jahr: pv-magazine.de, 'Sachsen-Anhalt weist Flächen als benachteiligte Gebiete für Solarparks aus', 02.02.2022, abgerufen 2026-07-30
  3. Rund 800 Megawattstunden je Hektar Freiflächen-Photovoltaik gegenüber im Mittel 20 Megawattstunden je Hektar Mais in Biogasanlagen, fast 14 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für Energiepflanzen, bis zu 0,5 Prozent der Bundesfläche für die Ausbauziele bis 2040: Umweltbundesamt, 'Photovoltaik-Freiflächenanlagen', abgerufen 2026-07-30
  4. 60,1 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt (Stand 2020): Fachagentur Wind und Solar, Länderinformation Sachsen-Anhalt, Quelle Statistische Ämter des Bundes und der Länder
  5. Agri-Photovoltaik als Entwicklungschance, größte deutsche Anlage in Sachsen-Anhalt: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt, 'Willingmann sieht Entwicklungschancen für Agri-Photovoltaik', und SolarInput, abgerufen 2026-07-30
  6. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel X Nr. 7 und Nr. 21
  7. Aktuelle Hektarzahl unter Freiflächen-Photovoltaik in Sachsen-Anhalt: noch nicht belegt

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These 6 Themenfeld: Wirtschaft & Arbeit Zielkonflikt: Investieren vs. Schuldenlast

Das Land soll seine Schuldenbremse lockern, um mehr in Kommunen, Infrastruktur und Strukturwandel zu investieren.

Wenn du zustimmst

Schuldenbremse lockern, mehr investieren

Wenn du ablehnst

Ohne neue Schulden auskommen

Worum es geht

Rund 25 Milliarden Euro Schulden, und der Investitionsstau wächst trotzdem.

  • Die Landesschuld steigt nach aktueller Planung bis Ende 2026 auf rund 25 Milliarden Euro, etwa 30 Prozent der Wirtschaftsleistung (BSW-eigene Zahl, über dem Länderdurchschnitt).
  • Die kommunale Verschuldung legte 2025 um 7,7 Prozent zu, während die Finanzausgleichsmasse real sank.
  • Auffällig ist, wer schweigt: SPD, Linke und Volt erwähnen die Landesschuldenbremse in ihren Programmen an keiner Stelle.
Ausführlich

Sachsen-Anhalt hat eine eigene Schuldenbremse für den Landeshaushalt, zusätzlich zur bundesrechtlichen. Ob sie gelockert wird, entscheidet der Landtag, und die Frage ist der Hebel hinter fast jeder anderen Forderung dieses Wahlkampfs: mehr Geld für Kommunen, Strukturwandel, Sanierung von Schulen und Brücken, alles hängt daran, ob das Land dafür neue Schulden aufnehmen darf oder im bestehenden Haushalt umschichten muss. Die Ausgangslage beschreibt das BSW mit eigenen Zahlen so: die Landesschuld steigt nach aktueller Planung bis Ende 2026 auf rund 25 Milliarden Euro, die Schuldenquote liegt bei rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit über dem Länderdurchschnitt. Zugleich wuchs die kommunale Verschuldung 2025 um 7,7 Prozent, während die Finanzausgleichsmasse real sank (siehe These 7). Auffällig ist, wer schweigt: SPD, Linke und Volt erwähnen die Landesschuldenbremse in ihren Programmen an keiner Stelle. Sie fordern mehr Geld für Kommunen und Investitionen, sagen aber nicht, woher es kommen soll. Die Frage wird von den meisten Programmen umgangen, nicht beantwortet.

Was dafür spricht

BSW (Abschaffung), Grüne (verantwortungsvolle Reform)

Ohne neue Schulden heißt: jede Mehrausgabe muss woanders gekürzt werden.

  • BSW: die Schuldenbremse zwingt Land und Kommunen zu kürzen, selbst wenn Investitionen dringend gebraucht werden; Beleg ist das Brückenchaos in Magdeburg.
  • Grüne wollen sie 'verantwortungsvoll reformieren', um in langfristigen Zukunftsfragen handlungsfähig zu bleiben.
  • Wer beim Status quo bleibt und trotzdem mehr ausgeben will, muss bei Schule, Polizei, Hochschulen oder Förderprogrammen kürzen; wo genau, benennt kein Programm.
Ausführlich

Gefordert vom BSW, das die Abschaffung der Schuldenbremse in seine Zielliste schreibt und begründet: 'Die Schuldenbremse blockiert dieses notwendige Handeln. Sie zwingt Bund, Länder und Kommunen dazu, selbst dann zu kürzen, wenn Investitionen dringend gebraucht werden.' Als Beleg dient das Brückenchaos in Magdeburg; auf Landesebene erweise sich die Schuldenbremse als Investitionsbremse. Die Grünen wollen sie 'verantwortungsvoll reformieren, um das Land auch in langfristigen Zukunftsfragen handlungsfähig zu machen'. Das stärkste Argument ist der Umkehrschluss aus dem Status quo: wer ohne neue Schulden mehr für Kommunen oder Strukturwandel ausgeben will, muss an anderer Stelle im Landeshaushalt kürzen, bei Schule, Polizei, Hochschulen oder Förderprogrammen. Wo genau, benennt keines der Programme, die an der Schuldenbremse festhalten.

Was dagegen spricht

CDU und AfD, als Kernsatz beider Finanzkapitel; FDP und FW auf Konsolidierungskurs

Neue Schulden binden künftige Haushalte; die Schuldenquote liegt schon über dem Schnitt.

  • CDU: die Schuldenbremse bleibt 'ein zentrales Versprechen an kommende Generationen', die Verschuldung soll nicht weiter steigen.
  • AfD: Sondervermögen sind 'versteckte Schuldenhaushalte', bestehende sollen schnellstmöglich rückabgewickelt werden.
  • FDP will 'nicht auf Aufweichung der Schuldenregeln' setzen, die Freien Wähler nennen nur einen schuldenfreien Haushalt zukunftsfest.
Ausführlich

Die CDU macht das Gegenteil zum Kernsatz ihres Finanzkapitels: 'Die Schuldenbremse bleibt für uns ein zentrales Versprechen an kommende Generationen. In den nächsten Jahren wollen wir die Verschuldung des Landes nicht weiter erhöhen und damit finanzielle Spielräume für Zukunftsaufgaben schaffen.' Die AfD setzt 'auf die Schuldenbremse zum Schutz der kommenden Generationen', nennt Sondervermögen 'versteckte Schuldenhaushalte' und will bestehende schnellstmöglich rückabwickeln. Die FDP setzt 'nicht auf Aufweichung der Schuldenregeln, sondern auf Wachstum, Ausgabendisziplin und Wirkungskontrolle', die Freien Wähler halten fest: 'Nur ein schuldenfreier Haushalt sichert langfristig den politischen Handlungsspielraum unseres Landes.' Das sachliche Argument: die Schuldenquote des Landes liegt schon heute über dem Länderdurchschnitt, und jeder zusätzlich schuldenfinanzierte Euro erhöht die Zinsbindung künftiger Haushalte, unabhängig davon, ob die Investition selbst richtig ist.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Schuldenbremse lockern, mehr investieren

  • Das Land kann zusätzlich in Kommunen, Infrastruktur und Strukturwandel investieren, ohne andere Posten zu kürzen.
  • Die Landesschuld von rund 25 Milliarden Euro wächst weiter; der Schuldendienst bindet künftige Haushalte.

Wenn du ablehnst

Ohne neue Schulden auskommen

  • Jede Mehrausgabe muss aus Umschichtung kommen; wo gekürzt würde, benennt kein Programm.
  • Der Preis des Status quo ist messbar: die kommunale Verschuldung stieg 2025 um 7,7 Prozent, die Finanzausgleichsmasse sank real.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. Grüne

    „Zugleich wollen wir die Schuldenbremse verantwortungsvoll reformieren, um das Land auch in langfristigen Zukunftsfragen handlungsfähig zu machen.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, Kapitel 5.6 'Kommunen finanziell stärken', S. 91, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. BSW

    „Die Schuldenbremse blockiert dieses notwendige Handeln. Sie zwingt Bund, Länder und Kommunen dazu, selbst dann zu kürzen, wenn Investitionen dringend gebraucht werden.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt '3.1 Deindustrialisierung stoppen', S. 17, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. Tierschutzpartei

    „Die unflexible Schuldenbremse hindert Wirtschaft und Verwaltung an einer Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit. Wir befürworten vielmehr ein gerechteres Steuersystem, das Vermögende solidarisch einbezieht, und mutige Zukunftsinvestitionen, um die Klimapolitik und andere große Herausforderungen durch Investitionen zu bewältigen.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt 3.1.1 Schuldenbremse, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. CDU

    „Die Schuldenbremse bleibt für uns ein zentrales Versprechen an kommende Generationen. In den nächsten Jahren wollen wir die Verschuldung des Landes nicht weiter erhöhen und damit finanzielle Spielräume für Zukunftsaufgaben schaffen.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., S. 76-77, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. AfD

    „Wir setzen auf planbare Entlastungen statt immer neuer Abgaben, auf ehrliche Budgets statt Taschenspielertricks und auf die Schuldenbremse zum Schutz der kommenden Generationen.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel XVI 'Finanzen und Steuern', S. 228, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. FDP

    „Unsere Konsolidierungsstrategie setzt nicht auf höhere Steuern, neue Abgaben oder eine Aufweichung der Schuldenregeln, sondern auf Wachstum, Ausgabendisziplin und Wirkungskontrolle.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 53, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10
  4. Freie Wähler

    „Nach den massiven Belastungen der vergangenen Jahre durch Krisenbewältigung und Inflationsfolgen muss das Land konsequent auf einen nachhaltigen Konsolidierungskurs zurückkehren. Nur ein schuldenfreier Haushalt sichert langfristig den politischen Handlungsspielraum unseres Landes.“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 73, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: Die Linke, SPD, dieBasis, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel XVI 'Finanzen und Steuern', S. 228 (Schuldenbremse als Kernbekenntnis) und S. 231 (Nr. 8, Sondervermögen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  2. CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, S. 76-77 (Schuldenbremse als 'zentrales Versprechen'), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  3. BSW Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, S. 16-18 (Schuldenbremse blockiert, 'Abschaffung der Schuldenbremse' als Ziel; BSW-eigene Zahlen: rund 25 Mrd. Euro Landesschuld Ende 2026, Schuldenquote rund 30 Prozent des BIP), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  4. Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Programm zur Landtagswahl 2026, Kapitel 5.6, S. 91 (Schuldenbremse verantwortungsvoll reformieren), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. FDP Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 53 (nicht auf Aufweichung der Schuldenregeln), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  6. Freie Wähler Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 73 (nur ein schuldenfreier Haushalt sichert Handlungsspielraum), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. Kommunale Verschuldung 2025 plus 7,7 Prozent, Finanzausgleichsmasse real gesunken: siehe Quellen zu These 7 dieses Katalogs
  8. SPD, Linke und Volt: keine Erwähnung der Landesschuldenbremse im jeweiligen LSA-Programm (Volltextsuche 'Schuldenbremse', 'Neuverschuldung', 'Kreditaufnahme', 'neue Schulden', 2026-08-12)

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These 7 Themenfeld: Bildung Zielkonflikt: Konzentration vs. Medienkompetenz

Grundschulen in Sachsen-Anhalt sollen weitgehend ohne Tablets und Lernsoftware auskommen.

Wenn du zustimmst

Grundschule ohne Tablets, Bücher zuerst

Wenn du ablehnst

Geräte behalten und Lehrkräfte fortbilden

Worum es geht

Die Ausstattung ist bezahlt: 112 Millionen Euro an 886 Schulen.

  • Aus dem DigitalPakt 2.0 stehen weitere rund 57,6 Millionen Euro bereit; Stand Juni 2026 war kein Antragsverfahren eröffnet.
  • Ein Leistungsnotstand fehlt: die Viertklässler des Landes lagen im IQB-Bildungstrend 2021 in allen vier Bereichen besser als der Bund.
  • Wie viele Grundschulen tatsächlich mit Tablets und Lernsoftware arbeiten, ist nicht veröffentlicht.
Ausführlich

Die Ausstattung ist bereits bezahlt und verbaut. Das Förderprogramm DigitalPakt Schule wurde für die Förderperiode 2019 bis 2025 abgeschlossen, ausgereicht wurden Whiteboards und andere technische Geräte im Wert von 112 Millionen Euro an 886 Schulen im Land. Aus dem DigitalPakt 2.0 stehen Sachsen-Anhalt rund 57,6 Millionen Euro Bundesmittel im Investitionsstrang I zu; Stand Juni 2026 hatte noch kein Bundesland das Antragsverfahren eröffnet. Gleichzeitig gibt es keinen lokalen Leistungsnotstand, mit dem sich eine der beiden Antworten begründen liesse: im IQB-Bildungstrend 2021 lagen Sachsen-Anhalts Viertklässlerinnen und Viertklässler in allen vier geprüften Bereichen besser als der Bundesdurchschnitt, beim verfehlten Mindeststandard im Lesen bei 15,5 Prozent gegenüber 18,8 Prozent bundesweit, im Zuhören 15,5 gegenüber 18,3, in Orthografie 30,0 gegenüber 30,4 und in Mathematik 16,1 gegenüber 21,8 Prozent. Wie viele Grundschulen im Land tatsächlich mit Tablets und Lernsoftware arbeiten, ist nicht veröffentlicht: noch nicht belegt, zu prüfen wäre die Verwendungsstatistik des Landesverwaltungsamts zum DigitalPakt nach Schulform.

Was dafür spricht

AfD ('Keine Frühdigitalisierung', Informatik ab Klasse 8 statt Tablets)

Schweden hat die Digitalstrategie zurückgedreht und fördert wieder Lehrbücher.

  • Ab 2025 entfällt dort die Gerätepflicht im Vorschulbereich, ein neuer Lehrplan stärkt das Lernen mit Büchern.
  • Das Karolinska-Institut warf der Regierung vor, Studien zu negativen Wirkungen des Geräteeinsatzes zu ignorieren.
  • Geräte, Wartung und Lizenzen kosten Geld, das bei 93,6 Prozent Unterrichtsversorgung auch in Personal fließen könnte.
Ausführlich

Gefordert von der AfD (Regierungsprogramm 2026, Kapitel IV Nr. 14 'Keine Frühdigitalisierung an Schulen!' und Nr. 15, die Tablets ausdrücklich durch Informatik als Pflichtfach ab Klasse 8 ersetzen will). Die stark gemachte Fassung stützt sich auf Schweden. Dort hat die Regierung die Digitalisierungsstrategie nach den PISA-Ergebnissen 2022 zurückgedreht, arbeitet unter dem Motto 'från skärm till pärm', hat die Pflicht zur Nutzung digitaler Geräte im Vorschulbereich ab 2025 gestrichen, fördert stattdessen Lehrbücher und bereitet einen neuen Lehrplan zur Stärkung des Lernens mit Büchern vor. Das Karolinska-Institut in Stockholm hatte der Regierung vorgeworfen, Studien zu negativen Wirkungen des Geräteeinsatzes zu ignorieren. Dazu das Haushaltsargument: Geräte, Wartung und Lizenzen kosten Geld, das bei einer Unterrichtsversorgung von 93,6 Prozent auch in Personal fließen könnte.

Was dagegen spricht

Studienlage gegen die absolute Begründung (Metaanalyse, Clearing House Unterricht der TU München)

Metaanalyse über 92 Studien: mittlerer bis großer Lerneffekt digitaler Werkzeuge.

  • Hedges' g = 0,65 im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht gegenüber demselben Inhalt ohne Technik.
  • Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern Fortbildung und Einbindung in ein Unterrichtskonzept.
  • Zur Ehrlichkeit gehört: gemessen wurde überwiegend die Sekundarstufe, für die Grundschule ist die Evidenz dünner.
Ausführlich

Die Begründung der Forderung ist in ihrer absoluten Fassung falsch. Die AfD schreibt, alle neutralen Studien ergäben keinen Vorteil oder ein schlechteres Ergebnis des digitalen Unterrichts. Die größte deutschsprachige Zusammenfassung sagt das Gegenteil: die Metaanalyse von Hillmayr und Kolleginnen (2020) über 92 Studien findet für den Einsatz digitaler Werkzeuge im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht einen mittleren bis grossen positiven Effekt auf den Lernerfolg gegenüber demselben Inhalt ohne Technik (Hedges' g = 0,65). Entscheidend ist dabei nicht das Gerät, sondern ob Lehrkräfte fortgebildet sind und das Werkzeug in ein Unterrichtskonzept eingebunden ist. Einschränkung, die zur Ehrlichkeit gehört: diese Metaanalyse betrifft überwiegend die Sekundarstufe, nicht die Grundschule. Für die Grundschule ist die Evidenzlage dünner, als beide Lager behaupten. Belastbar ist damit nur der mittlere Satz: die Wirkung hängt an der Nutzung, nicht an der Anwesenheit des Geräts. Wer eine der beiden Extrempositionen mit der Studienlage begründet, überdehnt sie.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Grundschule ohne Tablets, Bücher zuerst

  • Rund 57,6 Millionen Euro Bundesmittel würden für Grundschulen nicht abgerufen oder umgelenkt; die bezahlte Ausstattung bliebe teils ungenutzt.
  • Informatik als Pflichtfach ab Klasse 8 als Ersatz braucht Lehrkräfte in einem Mangelfach.

Wenn du ablehnst

Geräte behalten und Lehrkräfte fortbilden

  • Die Geräte bleiben und werden ersetzt: laufende Kosten für Wartung und Lizenzen.
  • Ohne gleichzeitige Investition in Fortbildung bezahlt das Land Hardware, die nichts bewirkt.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. AfD

    „Wir werden dafür Sorge tragen, dass digitale Medien im Unterricht nicht schon an der Grundschule, sondern erst an weiterführenden Schulen und dort nicht flächendeckend, sondern nur selektiv eingesetzt werden. Außerdem werden wir entsprechend den Empfehlungen der Leopoldina die Nutzung von Smartphones bis einschließlich Klasse 10 untersagen.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel IV Nr. 14 ('Keine Frühdigitalisierung an Schulen!'), S. 79, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. BSW

    „In der Grundschule lehnen wir ihren Einsatz ab, da sie den Erwerb grundlegender Fähigkeiten beeinträchtigen.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, S. 44, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. dieBasis

    „Die Idee, digitales Lernen solle „die Zukunft“ sein, lehnt die Mehrheit unserer Mitglieder ab. Lernen ist ein zutiefst menschlicher Vorgang. [...] Deswegen setzen wir uns für eine Bildungspolitik ein, die die Risiken digitaler Dauerpräsenz ernst nimmt und den Erhalt analoger Lernformen zum Wohl des Kindes schützt. In diesem Rahmen lehnen unsere Mitglieder – so wie viele Bürgerinnen und Bürger – auch den sogenannten DigitalPakt Schule ab.“

    Landeswahlprogramm zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, Abschnitt 'Analoges Lernen als zentrales Mittel', S. 10, https://diebasis-st.de/wp-content/uploads/2026/07/WP-für-Sachsen-Anhalt-08.07.2026.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. Grüne

    „Der flächendeckende Ausbau der digitalen Infrastruktur an allen Schulen hat für uns eine hohe Priorität. Schnelles Internet, WLAN für alle, digitale Tafeln und ausreichend Endgeräte für Schüler*innen und Lehrkräfte sollen modernes Lernen überall möglich machen.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, S. 58, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. Tierschutzpartei

    „Wir fordern die verbindliche Integration von Medienkompetenz und digitaler Bildung in den Lehrplan aller Schulstufen. [...] Wir begrüßen zudem das Konzept der „digitalen Hausmeister“, also Planstellen, die sich um die digitale Infrastruktur mehrerer Schulen kümmern.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt 8.4 Medienkompetenz und digitale Bildung in allen Schulstufen verankern, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: CDU, Die Linke, SPD, FDP, Freie Wähler, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. 112 Millionen Euro an 886 Schulen, Förderperiode 2019 bis 2025 abgeschlossen: Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, Meldung zum Abschluss des Förderprogramms DigitalPakt Schule, abgerufen 2026-07-30
  2. Rund 57,6 Millionen Euro aus dem DigitalPakt 2.0, Investitionsstrang I, Stand Juni 2026 kein Antragsverfahren eröffnet: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt, 'Bund und Länder einig über den Digitalpakt 2.0', und Deutsches Schulportal, abgerufen 2026-07-30
  3. IQB-Bildungstrend 2021, Anteile unter Mindeststandard für Sachsen-Anhalt und Bund (Lesen 15,5 zu 18,8, Zuhören 15,5 zu 18,3, Orthografie 30,0 zu 30,4, Mathematik 16,1 zu 21,8): Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 17.10.2022, abgerufen 2026-07-30
  4. Metaanalyse 92 Studien, Hedges' g = 0,65 für digitale Werkzeuge im MINT-Unterricht, Wirksamkeit abhängig von Fortbildung und Einbindung: Hillmayr u. a. (2020), zusammengefasst beim Clearing House Unterricht der TU München, abgerufen 2026-07-30
  5. Schwedische Kehrtwende ('fraan skaerm till paerm', Wegfall der Gerätepflicht im Vorschulbereich ab 2025, Förderung von Lehrbüchern, neuer Lehrplan 2028, Kritik des Karolinska-Instituts): Bundeszentrale für politische Bildung, 'Mit oder ohne Tablet lernen?!', abgerufen 2026-07-30
  6. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel IV Nr. 14 und Nr. 15
  7. Anteil der Grundschulen in Sachsen-Anhalt mit Tablet- und Lernsoftwareeinsatz: noch nicht belegt

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These 8 Themenfeld: Bildung Zielkonflikt: Gemeinsames Lernen vs. Schutzraum

Sachsen-Anhalt soll die Förderschulen schrittweise abschaffen und Kinder mit Förderbedarf gemeinsam mit allen anderen unterrichten.

Wenn du zustimmst

Gemeinsamer Unterricht für alle Kinder

Wenn du ablehnst

Förderschulen erhalten und ausbauen

Worum es geht

Zwei Systeme, ein Personalmangel: an Förderschulen fällt jede neunte Stunde aus.

  • Im Schuljahr 2024/25 fielen an Förderschulen 11,6 Prozent der Stunden ersatzlos aus, der höchste Wert aller Schulformen.
  • Das Land betreibt beide Strukturen parallel: Förderschulen und gemeinsamen Unterricht an Regelschulen, beide brauchen sonderpädagogisches Personal.
  • Sieben Parteien beziehen wörtlich Stellung, so klar wie bei kaum einer anderen Frage: eine echte Wertfrage dieser Wahl.
Ausführlich

Sachsen-Anhalt unterhält beide Strukturen parallel: Förderschulen und gemeinsamen Unterricht an Regelschulen. Beide brauchen sonderpädagogisches Personal, und beide stehen unter demselben Mangel. An den Förderschulen fielen im Schuljahr 2024/25 11,6 Prozent der Unterrichtsstunden ersatzlos aus, mehr als jede neunte Stunde und der höchste Wert aller Schulformen (siehe These 17). Geregelt ist das alles im Schulgesetz des Landes, die Bildungshoheit liegt vollständig beim Landtag. Die Frage ist eine der wenigen echten Wertfragen dieser Wahl, an der sich die Programme wörtlich und unversöhnlich gegenüberstehen: Trennung oder gemeinsames Lernen. Sieben Parteien beziehen ausdrücklich Stellung, so viele wie bei kaum einer anderen Frage des Katalogs.

Was dafür spricht

Grüne (beginnend mit Schwerpunkt Lernen), Linke (verbindliche Inklusion im Regelschulsystem)

Getrennte Beschulung stigmatisiert und mindert Lebenschancen, sagen Grüne und Linke.

  • Grüne wollen den gemeinsamen Unterricht 'zum Normalfall machen' und mit der vollständigen Abschaffung der Förderschulen Schwerpunkt Lernen beginnen.
  • Linke: der Anspruch auf inklusive Bildung im Regelschulsystem soll für alle Schüler:innen verbindlich sein.
  • Gerade die Kinder mit dem größten Förderbedarf treffen im Status quo auf den höchsten Unterrichtsausfall des Landes.
Ausführlich

Die Grünen begründen die Abschaffung so: 'Die Trennung durch Förderschulen führt zu Stigmatisierung und mindert die Bildungs- und Lebenschancen der Kinder mit Behinderung.' Sie wollen den gemeinsamen Unterricht 'zum Normalfall machen', die Zahl der Förderschulen 'deutlich reduzieren' und mit der 'vollständigen Abschaffung der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen' beginnen. Die Linke formuliert einen Anspruch: 'Deshalb ist für uns der Anspruch auf eine erfolgreiche, inklusive Bildung im Regelschulsystem für alle Schüler:innen verbindlich.' Dazu kommt der Blick auf den Status quo: gerade die Kinder, die den größten Förderbedarf haben, treffen an den Förderschulen auf den höchsten Unterrichtsausfall des Landes.

Was dagegen spricht

AfD (Inklusion beenden), CDU, FDP, Freie Wähler; SPD erhält, wo Bedarfe bestehen

Spezielle Pädagogik braucht spezielle Orte; Doppelbesetzung bindet knappe Lehrkräfte.

  • AfD: behinderte Kinder bräuchten eine Pädagogik, 'wie sie nur an Förderschulen möglich ist'; Doppelbesetzung binde im Lehrermangel wertvolle Kapazitäten.
  • CDU bekennt sich 'ausdrücklich zum Erhalt der Förderschulen', FDP zur 'Beibehaltung des differenzierenden Schulsystems inklusive des Förderschulsystems'.
  • Auch SPD und Freie Wähler erhalten die Förderschulen; die SPD stärkt parallel den gemeinsamen Unterricht.
Ausführlich

Die AfD will 'die Inklusion unverzüglich beenden und die Förderschulen ausbauen' und begründet das doppelt: gerade behinderte Kinder benötigten 'eine speziell auf ihre Situation abgestimmte Pädagogik, wie sie nur an Förderschulen möglich ist', und die in Inklusionsklassen oft praktizierte Doppelbesetzung mit zwei Lehrkräften binde 'in Zeiten des Lehrermangels wertvolle Kapazitäten'. Die CDU bekennt sich 'ausdrücklich zum Erhalt der Förderschulen', die FDP spricht sich 'ausdrücklich für die Beibehaltung des differenzierenden Schulsystems inklusive des Förderschulsystems aus', die Freien Wähler wollen 'Förderschulen erhalten und bedarfsgerecht ausstatten'. Auch die SPD hält fest: 'Förderschulen bleiben dort erhalten, wo sie besonderen Bedarfen gerecht werden, und werden weiterentwickelt', stärkt parallel aber den gemeinsamen Unterricht.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Gemeinsamer Unterricht für alle Kinder

  • Der Umbau verlangt Doppelbesetzung und Umwandlung von Standorten mitten im Lehrkräftemangel; wie viele Stellen das bindet, beziffert kein Programm.
  • Kinder mit Förderbedarf lernen im Regelschulsystem; ob die Unterstützung dort mitwächst, entscheidet über Gelingen oder Überforderung.

Wenn du ablehnst

Förderschulen erhalten und ausbauen

  • Zwei parallele Schulstrukturen laufen weiter und binden beide Personal und Geld.
  • Für ein Förderschulkind bleibt der Status quo messbar: 11,6 Prozent der Stunden fallen ersatzlos aus, der höchste Wert aller Schulformen.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. Die Linke

    „Deshalb ist für uns der Anspruch auf eine erfolgreiche, inklusive Bildung im Regelschulsystem für alle Schüler:innen verbindlich.“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', Abschnitt 'Schulerfolg für alle Schüler:innen sichern - Inklusion an den Regelschulen voranbringen', S. 30, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Grüne

    „Die Trennung durch Förderschulen führt zu Stigmatisierung und mindert die Bildungs- und Lebenschancen der Kinder mit Behinderung. Deswegen wollen wir den gemeinsamen Unterricht zum Normalfall machen, die Zahl der Förderschulen in Sachsen-Anhalt deutlich reduzieren [...] Beginnen wollen wir mit der vollständigen Abschaffung der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, Bildungskapitel, S. 54, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. Volt

    „Schrittweise zu einem gemeinsamen, inklusiven Schulmodell ohne starre Trennung nach Schulformen übergehen“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt 'Faire Bildungschancen für alle Kinder', S. 19, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. CDU

    „Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für inklusive Bildung und sichern Wahlfreiheit sowie passgenaue Förderangebote für jedes Kind. Wir bekennen uns ausdrücklich zum Erhalt der Förderschulen.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., Abschnitt 'Förderschulen stärken und individuelle Förderung ermöglichen', S. 22, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. AfD

    „Wir werden die Inklusion unverzüglich beenden und die Förderschulen ausbauen!“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel IV 'Schulbildung' Nr. 4 ('Keine Experimente an unseren Kindern!'), S. 74-75, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. SPD

    „Förderschulen bleiben dort erhalten, wo sie besonderen Bedarfen gerecht werden, und werden weiterentwickelt.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, Abschnitt 'Chancengerechtigkeit und Inklusion', S. 19, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  4. FDP

    „Wir sprechen uns ausdrücklich für die Beibehaltung des differenzierenden Schulsystems inklusive des Förderschulsystems aus. Eine Einheitsschule lehnen wir ab.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 23, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10
  5. Freie Wähler

    „Förderschulen erhalten und bedarfsgerecht ausstatten,“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 100, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10

Neutral, mit Beleg

  1. Tierschutzallianz

    „Inklusion ist der richtige Weg, Kinder mit Behinderung auf ein möglichst normales Leben inmitten der Gesellschaft vorzubereiten. [...] Es ist letzlich zweitrangig, an welchem Ort Inklusion erfolgt“

    Tierschutzallianz Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt Bildung, Nr. 2 'Inklusion endlich umsetzen!', S. 13-14, https://www.tierschutzallianz.de/wp-content/uploads/go-x/u/d4c62c2a-e565-4a63-a2b7-ca29e8b9f8ad/Wahlprogramm_LTW2026.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: BSW, dieBasis, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzpartei. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Programm zur Landtagswahl 2026, S. 54 (Stigmatisierung, gemeinsamer Unterricht als Normalfall, Abschaffung beginnend mit Schwerpunkt Lernen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  2. Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, S. 30 (inklusive Bildung im Regelschulsystem verbindlich), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  3. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel IV Nr. 4, S. 74-75 (Inklusion unverzüglich beenden, Förderschulen ausbauen, Doppelbesetzungs-Argument), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  4. CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, S. 22 (ausdrückliches Bekenntnis zum Erhalt der Förderschulen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. FDP Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 23 (Beibehaltung des differenzierenden Schulsystems inklusive des Förderschulsystems), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  6. Freie Wähler Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 100 (Förderschulen erhalten und bedarfsgerecht ausstatten), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 19 (Förderschulen bleiben erhalten, wo sie besonderen Bedarfen gerecht werden; parallel Stärkung des gemeinsamen Unterrichts), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  8. Unterrichtsausfall an Förderschulen 11,6 Prozent im Schuljahr 2024/25 (ersatzlos, höchster Wert aller Schulformen): siehe Quellen zu These 17 dieses Katalogs (Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage)

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These 9 Themenfeld: Gesundheit & Pflege Zielkonflikt: Entlastung jetzt vs. Dauerausgabe

Das Land soll die Pflege-Eigenanteile mit eigenem Geld senken, etwa durch ein Landespflegegeld und die Übernahme der Investitionskosten der Heime, statt auf die Bundesreform der Pflegeversicherung zu warten.

Wenn du zustimmst

Land senkt Eigenanteile selbst

Wenn du ablehnst

Auf die Bundesreform setzen

Worum es geht

Eigenanteil im Heim: 2.400 bis 2.700 Euro monatlich, Durchschnittsrente: 1.500.

  • Die Eigenanteile in der stationären Pflege liegen bei rund 2.400 bis 2.700 Euro im Monat (Zahlen aus dem Grünen-Programm), die Durchschnittsrente in Sachsen-Anhalt bei rund 1.500 Euro.
  • Laut Linke hat sich der Eigenanteil in sechs Jahren fast verdoppelt; eine Bundesreform kam bislang nicht.
  • Betroffen ist mehr als jede zehnte Person im Land: rund 200.000 Menschen mit Pflegegrad, dazu rund 58.000 Beschäftigte in der Pflege (laut Linke).
Ausführlich

Die Eigenanteile in der stationären Pflege liegen nach den Zahlen im Grünen-Programm bei rund 2.400 bis 2.700 Euro im Monat, die Durchschnittsrente in Sachsen-Anhalt bei rund 1.500 Euro. Laut Linke hat sich der Eigenanteil in sechs Jahren fast verdoppelt, und mehr als jede zehnte Person im Land ist unmittelbar betroffen: rund 200.000 Menschen mit Pflegegrad, dazu rund 58.000 Beschäftigte in der Pflege, Angehörige nicht mitgezählt. Alle diese Zahlen stammen aus Parteiprogrammen und sind entsprechend gekennzeichnet; amtlich bestätigt sind sie hier nicht. Das Land kann unabhängig vom Bund handeln: die Investitionskostenförderung der Pflegeeinrichtungen ist nach dem SGB XI Ländersache, und ein Landespflegegeld ist eine originäre Landesleistung, die andere Länder wie Sachsen und Thüringen bereits eingeführt haben. Eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung dagegen kann nur der Bund beschließen, und sie ist bislang nicht gekommen.

Was dafür spricht

AfD und Linke (Landespflegegeld), Grüne und Volt (Investitionskosten übernehmen)

Das Land kann selbst handeln; Sachsen und Thüringen zahlen bereits.

  • Die Investitionskostenförderung der Heime ist nach SGB XI ohnehin Ländersache; übernimmt das Land sie, sinkt die Heimrechnung direkt (Grüne, Volt).
  • Ein Landespflegegeld ist eine originäre Landesleistung; die Linke nennt mindestens 1.500 Euro im Jahr, auch die AfD fordert eines.
  • Die Forderung eint sonst getrennte Lager: AfD, Linke, Grüne und Volt stehen hier auf derselben Seite.
Ausführlich

Die Forderung eint Lager, die sonst kaum je auf derselben Seite stehen. Die AfD: 'Die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege sind für viele Menschen in Sachsen-Anhalt eine untragbare Belastung. [...] Wir brauchen steuerliche Entlastungen und ein Landespflegegeld.' Die Linke will 'ein Landespflegegeld von mindestens 1500 Euro pro Jahr einführen' und verlangt, 'dass Sachsen-Anhalt die Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen vollständig übernimmt. Öffentliche Verantwortung darf nicht auf Pflegebedürftige abgewälzt werden.' Die Grünen nennen als Ansätze 'die Übernahme der Investitions- und Ausbildungskosten aus dem Eigenanteil durch das Land', um den Eigenanteil der Bewohner deutlich zu senken, Volt den 'Ausbau der Investitionskostenförderung für Pflegeeinrichtungen, um Kosten für Bewohner zu senken'. Der Hebel ist unmittelbar: was das Land übernimmt, taucht auf der Heimrechnung der Bewohner nicht mehr auf.

Was dagegen spricht

CDU, SPD, FDP, Freie Wähler: Reform der Pflegeversicherung im Bund

Eine Dauerausgabe ohne Preisschild für ein Problem des Bundes.

  • CDU: Reform auf Bundesebene mit gedeckelten Eigenanteilen; SPD: 'echte Pflegereform' über den Bundesrat.
  • FDP will die Pflegeversicherung kapitalgedeckt reformieren, FW ihre Konzeption überarbeiten; ein Landestopf kommt in keinem der vier Programme vor.
  • Was ein Landespflegegeld insgesamt kosten würde, beziffert kein einziges Programm.
Ausführlich

CDU, SPD, FDP und Freie Wähler beantworten dieselbe Not mit dem Verweis auf die Bundesebene. Die CDU: 'Auf Bundesebene setzen wir uns für eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung ein, mit gedeckelten Eigenanteilen, fairer Finanzierung und Schutz des selbstgenutzten Wohneigentums.' Die SPD: 'Wir setzen uns im Bundesrat für eine echte Pflegereform auf Bundesebene ein.' Die FDP will die Pflegeversicherung 'umfassend reformieren', kapitalgedeckt und mit gestärkter privater und betrieblicher Vorsorge; die Freien Wähler wollen die Konzeption der Pflegeversicherung überarbeiten. Ein Landespflegegeld oder ein Landestopf kommt in keinem der vier Programme vor. Das sachliche Argument dahinter: ein Landespflegegeld wäre eine dauerhafte Mehrausgabe, deren Gesamtsumme kein einziges Programm beziffert, für ein Finanzierungsproblem, das strukturell beim Bund liegt.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Land senkt Eigenanteile selbst

  • Das Land übernimmt eine dauerhafte, nirgends bezifferte Mehrausgabe (Größenordnung: 1.500 Euro je Jahr und Empfänger bei einem Teil von rund 200.000 Pflegebedürftigen).
  • Heimbewohner und Angehörige werden sofort entlastet, unabhängig davon, ob und wann der Bund reformiert.

Wenn du ablehnst

Auf die Bundesreform setzen

  • Die Eigenanteile von 2.400 bis 2.700 Euro im Monat bleiben bestehen, bis eine Bundesreform kommt.
  • Das Warten hat einen dokumentierten Preis: in sechs Jahren hat sich der Eigenanteil laut Linke fast verdoppelt, ohne dass eine Reform kam.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. AfD

    „Die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege sind für viele Menschen in Sachsen-Anhalt eine untragbare Belastung. Wir stehen für eine wirksame Begrenzung dieser Kosten und mehr Unterstützung für Familien. [...] Wir brauchen steuerliche Entlastungen und ein Landespflegegeld.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel XVII Nr. 15, S. 245-246, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Die Linke

    „ein Landespflegegeld von mindestens 1500 Euro pro Jahr einführen [...] dass Sachsen-Anhalt die Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen vollständig übernimmt. Öffentliche Verantwortung darf nicht auf Pflegebedürftige abgewälzt werden.“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', Abschnitt 'Pflegebedürftigkeit darf nicht arm machen!', S. 55-56, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. Grüne

    „Ansätze sind die Übernahme der Investitions- und Ausbildungskosten aus dem Eigenanteil durch das Land. Damit wollen wir den Eigenanteil der Bewohner*innen deutlich senken.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt zu Pflegekosten, S. 81, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  4. Volt

    „Ausbau der Investitionskostenförderung für Pflegeeinrichtungen, um Kosten für Bewohner zu senken“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt 'Würdevolle Pflege für alle ermöglichen', S. 41, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. CDU

    „Auf Bundesebene setzen wir uns für eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung ein, mit gedeckelten Eigenanteilen, fairer Finanzierung und Schutz des selbstgenutzten Wohneigentums.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., Abschnitt 'Angehörige entlasten und Pflege bezahlbar halten', S. 27, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. SPD

    „Wir setzen uns im Bundesrat für eine echte Pflegereform auf Bundesebene ein.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 14, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. FDP

    „Die Pflegeversicherung wollen wir umfassend reformieren: Versicherungsfremde Leistungen gehören gestrichen, ein kapitalgedecktes Element muss, wie bei der Krankenversicherung, ergänzt und Anreize für private sowie betriebliche Vorsorge müssen gestärkt werden.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 64, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10
  4. Freie Wähler

    „Die Konzeption der Pflegeversicherung muss überarbeitet werden. Die Pflege muss über angepasste Beiträge zur Pflegeversicherung finanziert werden – auch inklusive der Beiträge der Beamten und Selbständigen.“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 58, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: BSW, dieBasis, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzpartei, Tierschutzallianz. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel XVII Nr. 15, S. 245-246 (Landespflegegeld, Begrenzung der Eigenanteile), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  2. Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, S. 55-56 (Landespflegegeld mindestens 1500 Euro pro Jahr, vollständige Übernahme der Investitionskosten; Zahlen zu Eigenanteil-Verdopplung und Betroffenen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  3. Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Programm zur Landtagswahl 2026, S. 81 (Übernahme der Investitions- und Ausbildungskosten durch das Land; Eigenanteile rund 2.400 bis 2.700 Euro), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  4. Volt Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 41 (Ausbau der Investitionskostenförderung, um Kosten für Bewohner zu senken), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, S. 27 (Reform der Pflegeversicherung auf Bundesebene, gedeckelte Eigenanteile), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  6. SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 14 (echte Pflegereform über den Bundesrat), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. FDP Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 64 (Pflegeversicherung umfassend reformieren, kapitalgedecktes Element), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  8. Freie Wähler Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 58 (Konzeption der Pflegeversicherung überarbeiten), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  9. Amtliche Bestätigung der Eigenanteils- und Betroffenenzahlen: noch nicht belegt, zu prüfen wäre die vdek-Statistik zu Eigenanteilen je Bundesland und die Pflegestatistik des Statistischen Landesamtes

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These 10 Themenfeld: Bildung Zielkonflikt: Entlastung vs. Qualität

Das Land soll die Kita vollständig beitragsfrei machen.

Wenn du zustimmst

Kita komplett beitragsfrei machen

Wenn du ablehnst

Beiträge behalten und sozial staffeln

Worum es geht

Dasselbe Geld gibt es nur einmal: für den Beitrag oder für mehr Personal.

  • Seit dem 1. Januar 2026 sind Bundesmittel für Beitragsfreiheit gesperrt (KiTa-Qualitätsgesetz); jeder Euro dafür kommt aus dem Landeshaushalt.
  • Der Engpass ist Personal: eine Vollzeitkraft betreut rechnerisch 5,5 Krippenkinder (empfohlen 1 zu 3) beziehungsweise 10,3 im Kindergarten (empfohlen 1 zu 7,5).
  • Teilweise frei ist die Kita schon: Eltern zahlen nur für das älteste Kind; die Geschwisterregelung kostet knapp 50 Mio. Euro im Jahr.
Ausführlich

Teilweise beitragsfrei ist die Kita schon: seit 2019 zahlen Eltern nur für das älteste Kind, die Geschwisterregelung kostet das Land knapp 50 Millionen Euro im Jahr. Die vollständige Beitragsfreiheit wäre eine neue Dauerausgabe, für die es seit dem 1. Januar 2026 keine Bundesmittel mehr geben kann: das KiTa-Qualitätsgesetz des Bundes lässt Bundesmittel für Beitragsentlastungen nicht mehr zu, jeder Euro käme aus dem Landeshaushalt. Was sie kosten würde, ist nicht beziffert: noch nicht belegt, zu prüfen wäre eine Landtagsanfrage zum Gesamtvolumen der kommunalen Elternbeiträge. Dasselbe Geld konkurriert mit dem Personal: in den Krippen betreut eine Vollzeitfachkraft rechnerisch 5,5 ganztags betreute Kinder (empfohlen 1 zu 3), im Kindergarten 10,3 (empfohlen 1 zu 7,5); 97 Prozent der unter Dreijährigen werden in Gruppen mit nicht kindgerechten Schlüsseln betreut. Die Bertelsmann Stiftung beziffert den Bedarf auf rund 2.700 zusätzliche Fachkräfte bis 2030.

Was dafür spricht

AfD, Linke, BSW, Freie Wähler (wörtlich), SPD (als Ziel ohne Frist)

Kita ist hier Normalfall: 58 Prozent der unter Dreijährigen werden betreut.

  • Bundesweit sind es 36 Prozent; eine Leistung, die fast alle brauchen, über Beiträge zu finanzieren, trifft mittlere Einkommen am härtesten.
  • AfD will Kitas 'ab dem ersten Kind kostenlos machen', Linke und BSW fordern beitragsfreie Kitas, FW 'Kita und Hort kostenlos für alle Kinder'.
  • Linke und BSW wollen Beitragsfreiheit und bessere Schlüssel gleichzeitig aus dem Landeshaushalt bezahlen.
Ausführlich

AfD, Linke, BSW und Freie Wähler fordern die Beitragsfreiheit wörtlich: die AfD will Krippen und Kindergärten 'ab dem ersten Kind kostenlos machen', die Linke verlangt, dass 'die Bildung in Kindertageseinrichtungen für alle Eltern beitragsfrei wird', das BSW setzt sich 'für beitragsfreie Kitas in Sachsen-Anhalt ein', die Freien Wähler wollen 'Kita und Hort kostenlos für alle Kinder anbieten'. Die SPD nennt Beitragsfreiheit ihr Ziel, ohne Frist. Das stärkste Sachargument: Sachsen-Anhalt hat mit 58 Prozent bei den unter Dreijährigen (Bund: 36 Prozent) eine Betreuungsquote, bei der die Kita Normalfall und Voraussetzung dafür ist, dass beide Eltern arbeiten; eine Leistung, die praktisch alle brauchen, über einkommensabhängige Beiträge zu finanzieren, erzeugt Verwaltungsaufwand und trifft mittlere Einkommen am härtesten. Linke und BSW wollen Beitragsfreiheit und bessere Personalschlüssel gleichzeitig vollständig aus dem Landeshaushalt finanzieren.

Was dagegen spricht

Grüne (Beiträge halten, sozial staffeln), FDP (Stabilität statt Freiheit)

Der Engpass ist Personal: 2.700 Fachkräfte fehlen bis 2030.

  • Grüne wollen den Mindestpersonalschlüssel anheben und Beiträge sozial staffeln, statt sie abzuschaffen; ihr Abschnitt heisst 'Kitas im Land sichern, Beiträge halten'.
  • FDP: 'Beitragsstabilität bleibt ein Ziel – aber nicht um den Preis sinkender Qualität.'
  • Die CDU legt ein Konzept mit besserem Personalschlüssel vor; zur Beitragsfreiheit sagt ihr Programm nichts, das wird nicht als Nein gewertet.
Ausführlich

Die Grünen wollen Beiträge behalten und sozial staffeln: ihr Kita-Abschnitt heisst 'Kitas im Land sichern, Beiträge halten', gefordert werden ein 'Modell zur sozialen Staffelung von Kitabeiträgen' und ein angehobener Mindestpersonalschlüssel. Die FDP macht die Priorität explizit: 'Beitragsstabilität bleibt ein Ziel – aber nicht um den Preis sinkender Qualität', im Schulteil noch schärfer: Qualität habe 'Vorrang vor pauschaler Beitragsfreiheit ohne Standards'. Die CDU legt ein Konzept mit verbessertem Personalschlüssel vor; Beitragsfreiheit kommt im gesamten CDU-Programm nicht vor, das ist aber keine belegte Gegenposition und wird nicht als solche gewertet. Dahinter steht das Haushaltsargument: seit 2026 zahlt das Land jede Beitragsentlastung allein, und dasselbe Geld kann nicht zugleich in die rund 2.700 zusätzlichen Fachkräfte fliessen, die die Bertelsmann Stiftung bis 2030 für kindgerechte Schlüssel ansetzt.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Kita komplett beitragsfrei machen

  • Das Land übernimmt eine unbezifferte Dauerausgabe ohne Bundesmittel; dasselbe Geld fehlt beim Aufbau der rund 2.700 zusätzlichen Fachkräfte.
  • Eltern sparen den Beitrag für das älteste Kind, die einzige noch verbleibende Zahlung.

Wenn du ablehnst

Beiträge behalten und sozial staffeln

  • Eltern zahlen weiter einkommensgestaffelt für das älteste Kind; jüngere Geschwister sind seit 2019 frei (knapp 50 Millionen Euro Landesmittel im Jahr).
  • Das zusätzliche Geld kann in Personal fließen; der Unterschied im Alltag ist eine Fachkraft für 5,5 Krippenkinder oder eine für 3.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. AfD

    „Wir werden Krippen und Kindergärten mit einer dauerhaft auf Landesebene gesicherten Finanzierung ab dem ersten Kind kostenlos machen.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel I Nr. 13 ('Für kostenfreie Kitaplätze und kostenfreies Schulessen!'), S. 18, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Die Linke

    „die Bildung in Kindertageseinrichtungen für alle Eltern beitragsfrei wird“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', Abschnitt 'Bildung für alle - von Anfang an: Kitas stärken', S. 29, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. SPD

    „Bildung soll kostenfrei sein. Kurzfristig wird die Entlastung von Eltern mit mehreren Kindern gesichert. Beitragsfreiheit bleibt unser Ziel.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, S. 28, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  4. BSW

    „Wir setzen uns deshalb für beitragsfreie Kitas in Sachsen-Anhalt ein.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, S. 45, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09
  5. Freie Wähler

    „Kita und Hort kostenlos für alle Kinder anbieten,“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 38, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10
  6. Gartenpartei

    „Hort- und Kitaplätze müssen kostenfrei und in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.“

    Gartenpartei, Politisches Programm, Abschnitt 'Ein soziales und gerechtes Gemeinschaftsleben schaffen', https://gartenpartei.eu/programm/, Abruf 2026-08-10
  7. PdF

    „gebührenfreie Kitas schrittweise einführen“

    Partei des Fortschritts, Landesverband Sachsen-Anhalt, 10 Punkte für ein starkes Sachsen-Anhalt, Punkt 6 Soziales und Familie, https://partei-des-fortschritts.de/landtagswahl-sachsen-anhalt-2026/, Abruf 2026-08-10
  8. Tierschutzpartei

    „Zur Entlastung der Eltern und des privaten Klimas im Elternhaus sollen langfristig keine Kosten mehr für Kitas, Schulen und andere Betreuungsangebote anfallen.“

    PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Bundestagswahlprogramm 2025, Abschnitt zu Kinder- und Familienpolitik, https://www.tierschutzpartei.de/btw2025/, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. FDP

    „Beitragsstabilität bleibt ein Ziel – aber nicht um den Preis sinkender Qualität.“

    Freiheit hat nur eine Heimat. Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, S. 23, https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-06/Freiheit%20hat%20nur%20eine%20Heimat%20%E2%80%93%20Wahlprogramm%20der%20FDP%20Sachsen-Anhalt%20zur%20Landagswahl%202026.pdf, Abruf 2026-08-10
  2. Grüne

    „Dafür wollen wir den Mindestpersonalschlüssel anheben [...]. Das Land soll ein Modell zur sozialen Staffelung von Kitabeiträgen erarbeiten.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt 'Kitas im Land sichern, Beiträge halten', S. 52, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026

Neutral, mit Beleg

  1. Volt

    „6 Stunden tägliche Kita-Betreuung als landesweit kostenfreie Grundversorgung für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr bis zur Einschulung sichern. Betreuung über 6 Stunden hinaus sozial nach dem Einkommen der Eltern staffeln. Ab dem zweiten Kind im Kita-Alter gezielt Familien durch vollständige Beitragsfreiheit entlasten.“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 15, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Keine belegbare Position: CDU, dieBasis, Die PARTEI, Tierschutzallianz. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. Geschwisterbeitragsfreiheit seit Januar 2019, Befreiung bei Wohngeld und Kinderzuschlag seit August 2019, knapp 50 Mio. Euro pro Jahr für die Geschwisterentlastung: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt, 'Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt' und FAQ Beitragsentlastung, abgerufen 2026-07-30
  2. Personalschlüssel 1 zu 5,5 (Krippe) und 1 zu 10,3 (Kindergarten), Empfehlung 1 zu 3 und 1 zu 7,5, 97 Prozent in nicht kindgerechten Gruppen, Betreuungsquoten 58 und 93 Prozent, Bedarf 2.700 zusätzliche Fachkräfte bis 2030: Bertelsmann Stiftung, Pressemitteilung 'Sachsen-Anhalt kann kindgerechte Kita-Qualität bis 2030 erreichen', 28.11.2023, Datenstichtag 1. März 2022, abgerufen 2026-07-30
  3. Bundesmittel für Beitragsentlastung nur noch bis 31.12.2025: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 'Für gute Kinderbetreuung bundesweit: das KiTa-Qualitätsgesetz', abgerufen 2026-07-30
  4. Position AfD: Regierungsprogramm 2026, Kapitel I Nr. 13, S. 18 (Kitas ab dem ersten Kind kostenlos), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. Position Linke: Landtagswahlprogramm 2026, S. 29 (beitragsfrei für alle Eltern; Beiträge und bessere Personalschlüssel vollständig landesfinanziert), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  6. Position BSW: Landtagswahlprogramm 2026, S. 45 (beitragsfreie Kitas; Zielliste S. 46 'perspektivisch'), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. Position Freie Wähler: Wahlprogramm 2026, S. 38 (Kita und Hort kostenlos für alle Kinder), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  8. Position SPD: Wahlprogramm 2026, S. 28 ('Beitragsfreiheit bleibt unser Ziel', ohne Frist), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  9. Position Grüne: Programm zur Landtagswahl 2026, S. 52 (Abschnitt 'Kitas im Land sichern, Beiträge halten'; Mindestpersonalschlüssel anheben, soziale Staffelung der Kitabeiträge), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  10. Position FDP: Wahlprogramm 2026, S. 23 (Beitragsstabilität nicht um den Preis sinkender Qualität) und S. 71 (Qualität hat Vorrang vor pauschaler Beitragsfreiheit ohne Standards), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  11. Position Volt: Wahlprogramm 2026, S. 15 (kostenfreie 6-Stunden-Grundversorgung, Staffelung darüber, Beitragsfreiheit ab dem zweiten Kind), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  12. CDU ohne zugeschriebene Position: Regierungsprogramm 2026, S. 47 (Konzept mit verbessertem Personalschlüssel; Beitragsfreiheit im gesamten Programm nicht erwähnt), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  13. Bertelsmann Stiftung, Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme Sachsen-Anhalt: rund 2.700 zusätzliche Fachkräfte bis 2030 für empfohlene Schlüssel, abgerufen 2026-07-30

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These 11 Themenfeld: Sicherheit & Justiz Zielkonflikt: Frühwarnung vs. Bürgerrechte

Das Land soll den Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt mit mehr Personal und Befugnissen stärken, statt seine Rolle zu beschneiden oder die Behörde umzubauen.

Wenn du zustimmst

Mehr Personal und Befugnisse für die Behörde

Wenn du ablehnst

Befugnisse beschneiden, Behörde umbauen

Worum es geht

Vier Parteien wollen stärken, drei beschneiden, und die Lager sortieren sich neu.

  • Der Verfassungsschutz ist reine Landessache: Personal, Befugnisse und Kontrolle regelt der Landtag über Haushalt und Verfassungsschutzgesetz Sachsen-Anhalt.
  • Die Frage kippt die Reihenfolge der Polizei-These: die AfD will dort mehr Geld, lehnt die Stärkung des Verfassungsschutzes aber ab; SPD und Volt sind dort neutral, hier klar dafür.
  • Die Gegner eint nur das Nein: die AfD will einen klassischen Inlandsgeheimdienst und die Berichte abschaffen, Linke und BSW verlangen Bürgerrechte, Transparenz und Kontrolle.
Ausführlich

Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt ist eine Landesbehörde unter Aufsicht des Ministeriums für Inneres und Sport, geregelt im Verfassungsschutzgesetz Sachsen-Anhalt. Personal, Befugnisse und Kontrollstruktur entscheidet der Landtag direkt über Haushalt und Fachgesetz, ohne Umweg über den Bundesrat; die Landeskompetenz ist hier stärker als bei den meisten anderen Thesen des Katalogs. Die Frage sortiert die Parteien quer zu allen üblichen Lagern: vier wollen die Behörde stärken (CDU, SPD, Freie Wähler, Volt), drei wollen ihre Rolle beschneiden oder sie grundlegend umbauen (AfD, Linke, BSW), und die Motive der Gegner sind entgegengesetzt. Auffällig im Vergleich zur Polizei-These: die AfD will dort mehr Geld, lehnt eine Stärkung des Verfassungsschutzes aber ab; SPD und Volt sind dort neutral, hier klar dafür. Die Parteireihenfolge kippt komplett, die These misst eine eigene Dimension. Im Sachsen-Anhalt-Monitor gehört Sicherheit nicht zu den vier meistgenannten Sorgen; die politische Aufladung ist trotzdem hoch, denn ein Parteiverbotsverfahren braucht laut Bundesverfassungsgericht eine belastbare, dokumentierte Tatsachengrundlage, und die liefert im Land vor allem diese Behörde.

Was dafür spricht

CDU, SPD, Freie Wähler, Volt (alle wörtlich im Programm)

Extremistische Bestrebungen nehmen zu, die Behörde muss mithalten können.

  • CDU: weil extremistische Bestrebungen im Land zunehmen, muss 'auch der Verfassungsschutz weiter gestärkt werden'.
  • SPD nennt Rechtsextremismus, Sabotage und Spionage und fordert bessere Ausrüstung und mehr Personal.
  • Volt koppelt beides: das Landesamt 'stärken und transparent kontrollieren'; die Freien Wähler wollen Extremisten länderübergreifend besser überwachen.
Ausführlich

Gefordert von vier Parteien wörtlich. CDU: 'Da extremistische Bestrebungen im Land zunehmen, müssen die Sicherheitsbehörden insgesamt und damit auch der Verfassungsschutz weiter gestärkt werden.' SPD: 'Den wachsenden Herausforderungen durch Rechtsextremismus, Sabotage und Spionage muss auch der Verfassungsschutz gewachsen sein. Dafür braucht es Verbesserung in Sachen Ausrüstung und Personal.' Die Freien Wähler führen 'Verfassungsschutz stärken.' als eigenes Ziel und wollen Extremisten über einen stärkeren bundesdeutschen Verfassungsschutz besser länderübergreifend überwachen. Volt will 'Das Landesamt für Verfassungsschutz stärken und transparent kontrollieren', koppelt die Stärkung also ausdrücklich an Kontrolle.

Was dagegen spricht

AfD (Umbau zum Inlandsgeheimdienst) sowie Linke und BSW (Bürgerrechte, Kontrolle), aus entgegengesetzten Motiven

Ohne Kontrolle kann die Behörde zum politischen Machtinstrument werden, warnt das BSW.

  • AfD: Umbau zum 'Inlandsgeheimdienst' mit klassischem Aufgabenspektrum, Bewertung nur nach 'harten, objektiv feststellbaren Kriterien', Verfassungsschutzberichte abschaffen.
  • Linke: die Behörde ist 'in ihrer jetzigen Form überflüssig'; statt V-Leute-Netzwerken und Bespitzelung langfristig eine Agentur für Demokratie und Menschenrechte.
  • BSW: die Extremismuskategorie der 'Delegitimierung des Staates' sofort abschaffen und die demokratische Kontrolle ausbauen.
Ausführlich

Die Gegenseite eint nur das Nein, die Motive sind entgegengesetzt. Die AfD will den Verfassungsschutz 'zu einem Inlandsgeheimdienst reformiert' sehen, 'der sich dem klassisch geheimdienstlichen Aufgabenspektrum zu widmen hat', verlangt für die Beurteilung verfassungsfeindlicher Bestrebungen nur noch 'harte, objektiv feststellbare Kriterien' und will Verfassungsschutzberichte abschaffen. Die Linke hält die Behörde 'in ihrer jetzigen Form' für überflüssig: statt 'auf intransparente V-Leute-Netzwerke und Bespitzelung zu setzen', soll langfristig eine Agentur für Demokratie und Menschenrechte entstehen. Das BSW fordert die sofortige Abschaffung der Extremismuskategorie der sogenannten 'verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates' und will die demokratische Kontrolle des Verfassungsschutzes ausbauen, mit der Warnung, eine unzureichend kontrollierte Behörde könne 'als politisches Machtinstrument missbraucht' werden.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Mehr Personal und Befugnisse für die Behörde

  • Mehr Personal- und Sachausgaben aus dem Landeshaushalt; eine Summe nennt kein Programm.
  • Das Kontrollrisiko bleibt: ohne stärkere Aufsicht kann die Behörde 'als politisches Machtinstrument missbraucht' werden (BSW-Warnung); Volt fordert Stärkung deshalb nur mit transparenter Kontrolle.

Wenn du ablehnst

Befugnisse beschneiden, Behörde umbauen

  • Weniger Frühwarnfähigkeit gegenüber extremistischen Netzwerken; selbst die Linke will Frühwarnsignale weiter erkennen, nur institutionell anders.
  • Ein Parteiverbotsverfahren braucht laut Bundesverfassungsgericht eine belastbare, dokumentierte Tatsachengrundlage; eine geschwächte Behörde liefert sie schwerer.

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. CDU

    „Da extremistische Bestrebungen im Land zunehmen, müssen die Sicherheitsbehörden insgesamt und damit auch der Verfassungsschutz weiter gestärkt werden.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., Kapitel 'Sicherheit. Ordnung. Migrationswende.', S. 6, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. SPD

    „Den wachsenden Herausforderungen durch Rechtsextremismus, Sabotage und Spionage muss auch der Verfassungsschutz gewachsen sein. Dafür braucht es Verbesserung in Sachen Ausrüstung und Personal.“

    SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, Abschnitt 'Schutz vor Extremismus und Gewalt', S. 33, https://spdsachsenanhalt.de/wp-content/uploads/sites/63/2026/03/SPD-Wahlprogramm-2026.pdf, Abruf 09.08.2026
  3. Freie Wähler

    „Verfassungsschutz stärken.“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Kapitel 3.2.1 'Polizei - Innere Sicherheit', S. 64, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10
  4. Volt

    „Das Landesamt für Verfassungsschutz stärken und transparent kontrollieren“

    Volt Sachsen-Anhalt, Für ein lebenswertes Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Abschnitt 'Schutz, Sicherheit & Prävention', S. 170, https://voltdeutschland.org/storage/assets-sachsen-anhalt/pdf/landtagswahl-2026/wahlprogramm_volt_lv_lsa.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. AfD

    „Der Verfassungsschutz muss zu einem Inlandsgeheimdienst reformiert werden, der sich dem klassisch geheimdienstlichen Aufgabenspektrum zu widmen hat. [...] Verfassungsschutzberichte, deren Informationswert gegen Null geht, [...] gehören abgeschafft.“

    AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026 'Das Land zuerst', Kapitel VIII Nr. 1 ('Für einen Verfassungsschutz, der die Verfassung schützt!'), S. 131-132, https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Die Linke

    „Ein Verfassungsschutz in seiner jetzigen Form ist überflüssig. Er muss seine Prioritäten neu setzen. Statt auf intransparente V-Leute-Netzwerke und Bespitzelung zu setzen, wollen wir langfristig eine Agentur für Demokratie und Menschenrechte“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', Abschnitt 'Demokratie verteidigen statt Geheimdienst ausbauen', S. 129, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  3. BSW

    „Das BSW fordert deshalb die sofortige Abschaffung der Extremismuskategorie der sogenannten 'verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates'.“

    BSW Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt bleibt anders. Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt 2.2 'Meinungsfreiheit', S. 11-12, https://st.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/04/BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf, Abruf 2026-08-09

Keine belegbare Position: FDP, Grüne, dieBasis, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzpartei, Tierschutzallianz. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel 'Sicherheit. Ordnung. Migrationswende.', S. 6 (Sicherheitsbehörden und Verfassungsschutz weiter stärken), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  2. SPD Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, Abschnitt 'Schutz vor Extremismus und Gewalt', S. 33 (Ausrüstung und Personal), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  3. Freie Wähler Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, Kapitel 3.2.1, S. 64 (Ziel 'Verfassungsschutz stärken', länderübergreifende Überwachung), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  4. Volt Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, S. 170 (Landesamt stärken und transparent kontrollieren), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. AfD Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel VIII Nr. 1 'Für einen Verfassungsschutz, der die Verfassung schützt!', S. 131-132 (Inlandsgeheimdienst, harte Kriterien, Berichte abschaffen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  6. Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt 'Demokratie verteidigen statt Geheimdienst ausbauen', S. 129 (überflüssig in jetziger Form, Agentur für Demokratie und Menschenrechte); Frühwarnsignale-Zitat ebd. (Volltext Z. 6096-6098), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  7. BSW Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt 2.2 'Meinungsfreiheit', S. 11-12 (Abschaffung der Delegitimierungs-Kategorie, demokratische Kontrolle ausbauen, Machtinstrument-Warnung), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  8. FDP und Grüne: keine Erwähnung von Verfassungsschutz oder Geheimdienst im jeweiligen LSA-Programm (Volltextsuche 'Verfassungsschutz', 'Geheimdienst', 'V-Leute', 2026-08-12)
  9. Parteiverbotsverfahren braucht belastbare Tatsachengrundlage (Bundesverfassungsgericht), Hufeisen-Einordnung und Monitor-Relevanz:, Abschnitt 1.1

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These 12 Themenfeld: Sicherheit & Justiz Zielkonflikt: Aufklärung vs. Privatsphäre

Die Polizei soll den öffentlichen Raum deutlich stärker mit Videokameras überwachen dürfen, auch KI-gestützt mit automatischer Erkennung auffälliger Verhaltensmuster.

Wenn du zustimmst

Mehr Kameras, auch mit KI-Analyse

Wenn du ablehnst

Keine Ausweitung der Videoüberwachung

Worum es geht

Die CDU will KI-Kameras landesweit, Linke und Grüne lehnen Massenüberwachung ab.

  • Die Befugnisse sind Landesrecht: polizeiliche Videoüberwachung regelt das Sicherheits- und Ordnungsrecht des Landes, und die CDU verlangt ausdrücklich neue gesetzliche Grundlagen.
  • Die Kriminalität sinkt insgesamt (172.776 Straftaten 2025, minus 6,2 Prozent), aber Bedrohungen (+7,5) und Sexualdelikte (+14,1 Prozent) steigen (siehe Polizei-These).
  • Wie viele Anlagen es heute gibt und was sie bewirken, ist nicht zentral erhoben; vier Parteien beziehen wörtlich Stellung, die übrigen elf schweigen zur polizeilichen Videoüberwachung.
Ausführlich

Wie stark die Polizei den öffentlichen Raum mit Kameras erfassen darf, regelt in Sachsen-Anhalt Landesrecht: die Befugnisse stehen im Sicherheits- und Ordnungsrecht des Landes, und die CDU verlangt für ihre Vorhaben ausdrücklich die 'Schaffung der gesetzlichen Grundlagen', also den Landtag. Die Lage dazu: die Kriminalität sinkt insgesamt (172.776 erfasste Straftaten 2025, minus 6,2 Prozent nach minus 5 Prozent im Vorjahr), einzelne Bereiche steigen jedoch, Bedrohungen um 7,5 Prozent, Sexualdelikte um 14,1 Prozent (Zahlen siehe Polizei-These). Wie viele Videoanlagen es heute gibt und was sie bewirken, ist nicht zentral erhoben: noch nicht belegt, zu prüfen wäre eine Evaluation bestehender Anlagen anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik je Standort. Zur polizeilichen Videoüberwachung selbst beziehen vier Parteien wörtlich Stellung, zwei dafür und zwei dagegen; die übrigen elf schweigen dazu, darunter SPD, FDP, AfD und BSW.

Was dafür spricht

CDU und Freie Wähler, beide wörtlich im Programm

Kameras klären auf und schrecken ab, sagen CDU und Freie Wähler.

  • CDU: der Videoschutz im öffentlichen Raum soll ausgeweitet und ein KI-gestützter intelligenter Videoschutz 'landesweit ermöglicht' werden, der auffällige Verhaltensmuster automatisiert erkennt.
  • Freie Wähler: an 'besonders neuralgischen Stellen' sollen intelligente Videoüberwachungsanlagen entstehen, zur Ermittlung und zur Abschreckung.
  • Die CDU will zusätzlich gesetzliche Grundlagen für die biogeographische DNA-Analyse (Haar-, Haut- und Augenfarbe, Alter) für zusätzliche Fahndungserfolge.
Ausführlich

Die CDU macht die Ausweitung zum Programmpunkt: 'Zur Aufklärung und Verhinderung von Straftaten soll der Videoschutz im öffentlichen Raum ausgeweitet werden. Ergänzend dazu wollen wir einen KI-gestützten intelligenten Videoschutz landesweit ermöglichen, um auffällige Verhaltensmuster automatisiert erkennen und zusätzliche Fahndungserfolge erzielen zu können.' Dazu will sie die 'Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für die biogeographische Analyse', die per DNA präzisere Bewertungen von Haar-, Haut- und Augenfarbe sowie Alter erlauben soll. Die Freien Wähler fordern: 'Zur besseren Ermittlung von Straftäterinnen und Straftätern, aber auch zur Abschreckung sind an besonders neuralgischen Stellen intelligente Videoüberwachungsanlagen aufzubauen.' Das Argument beider: Aufklärung und Abschreckung an Kriminalitätsschwerpunkten, gestützt auf moderne Technik statt allein auf Personal.

Was dagegen spricht

Linke und Grüne, beide wörtlich im Programm

Massenüberwachung trifft alle, die nichts getan haben.

  • Linke: 'Gesichtserkennung zur Massenüberwachung lehnen wir ab – Polizeiarbeit ja, Überwachungsstaat nein'; andere Parteien forderten 'immer neue Überwachungsinstrumente'.
  • Grüne: dem 'wachsenden Überwachungsdruck in öffentlichen Räumen muss konsequent entgegengewirkt werden', Massenüberwachung bei Veranstaltungen und Märkten lehnen sie ab.
  • Kameras erfassen alle, nicht nur Verdächtige; die Linke warnt vor dem gläsernen Bürger.
Ausführlich

Die Linke lehnt 'Gesichtserkennung zur Massenüberwachung' ab ('Polizeiarbeit ja, Überwachungsstaat nein'), wirft anderen Parteien vor, 'immer neue Überwachungsinstrumente' zu fordern, und will den gläsernen Bürger verhindern. Die Grünen wollen dem 'wachsenden Überwachungsdruck in öffentlichen Räumen' konsequent entgegenwirken und lehnen Massenüberwachung in Fußballstadien, auf Versammlungen sowie bei Veranstaltungen und Märkten im öffentlichen Raum ab. Der gemeinsame Kern: Kameras mit automatischer Auswertung erfassen alle, die den Raum nutzen, nicht nur Verdächtige, und der Eingriff trifft damit fast ausschließlich Menschen, die nichts getan haben.

Was folgt

Wenn du zustimmst

Mehr Kameras, auch mit KI-Analyse

  • Jeder im öffentlichen Raum wird miterfasst, auch Unbeteiligte; was Technik, Betrieb und KI-Auswertung kosten, beziffert kein Programm.
  • Ob die Kameras Kriminalität senken, ist für Sachsen-Anhalt nicht erhoben (noch nicht belegt, zu prüfen: Evaluation bestehender Anlagen).

Wenn du ablehnst

Keine Ausweitung der Videoüberwachung

  • Die von CDU und FW gewollten Instrumente zur Aufklärung und Abschreckung an Kriminalitätsschwerpunkten entfallen, während Bedrohungen (+7,5) und Sexualdelikte (+14,1 Prozent) steigen.
  • Es bleibt beim heutigen Kamerabestand; die Gesamtkriminalität sinkt derzeit auch ohne neue Befugnisse (minus 6,2 Prozent).

Parteipositionen zu dieser These

Belegt dafür

  1. CDU

    „Zur Aufklärung und Verhinderung von Straftaten soll der Videoschutz im öffentlichen Raum ausgeweitet werden. Ergänzend dazu wollen wir einen KI-gestützten intelligenten Videoschutz landesweit ermöglichen, um auffällige Verhaltensmuster automatisiert erkennen und zusätzliche Fahndungserfolge erzielen zu können.“

    Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns., Kapitel 'Sicherheit. Ordnung. Migrationswende.', S. 6, https://www.cdulsa.de/sites/www.cdulsa.de/files/downloads/regierungsprogramm_ltw_web.pdf, Abruf 09.08.2026
  2. Freie Wähler

    „Zur besseren Ermittlung von Straftäterinnen und Straftätern, aber auch zur Abschreckung sind an besonders neuralgischen Stellen intelligente Videoüberwachungsanlagen aufzubauen.“

    FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Kapitel 3.2.1 'Polizei - Innere Sicherheit', S. 64, https://fw-lsa.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/2026/Pressemitteilung/LTW/Wahlprogramm_FREIE_WA%CC%88HLER_Landtagswahl_2026_A5.pdf, Abruf 2026-08-10

Belegt dagegen

  1. Die Linke

    „Während andere Parteien immer neue Überwachungsinstrumente fordern, machen wir den Schutz der digitalen Privatsphäre zum Grundrecht des 21. Jahrhunderts. [...] Gesichtserkennung zur Massenüberwachung lehnen wir ab – Polizeiarbeit ja, Überwachungsstaat nein.“

    Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026 'Wir sind der Pol der Hoffnung', Abschnitt 'Digitale Grundrechte - Freiheit in der digitalen Welt', S. 129, https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/fileadmin/aaa_download_lsa/Parteitage/10._LPT_2._Tagung_VV_LTW_2026/Beschlüsse/2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf, Abruf 2026-08-09
  2. Grüne

    „Massenüberwachung durch Chatkontrolle oder Gesichtserkennung wird es mit uns nicht geben. Dem wachsenden Überwachungsdruck in öffentlichen Räumen muss konsequent entgegengewirkt werden. Deshalb lehnen wir Massenüberwachung in Fußballstadien, auf Versammlungen sowie bei Veranstaltungen und Märkten im öffentlichen Raum ab.“

    Nur mit Grün wird Zukunft draus. Programm zur Landtagswahl 2026, S. 36, https://www.grüne-lsa.de/wp-content/uploads/2026/05/Programm-zur-Landtagswahl-2026.pdf, Abruf 09.08.2026

Keine belegbare Position: AfD, SPD, FDP, BSW, dieBasis, Gartenpartei, Die PARTEI, PdF, Tierschutzpartei, Tierschutzallianz, Volt. Das ist ein Befund zur Beleglage: die Programme dieser Parteien äußern sich zu dieser These nicht in einer auswertbaren Form, das wird hier nicht gedeutet.

Quellen dieser These

  1. CDU Sachsen-Anhalt, Regierungsprogramm 2026, Kapitel 'Sicherheit. Ordnung. Migrationswende.', S. 6 (Videoschutz ausweiten, KI-gestützter intelligenter Videoschutz landesweit, biogeographische Analyse), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  2. Freie Wähler Sachsen-Anhalt, Wahlprogramm 2026, Kapitel 3.2.1, S. 64 (intelligente Videoüberwachungsanlagen an neuralgischen Stellen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  3. Die Linke Sachsen-Anhalt, Landtagswahlprogramm 2026, Abschnitt 'Digitale Grundrechte', S. 129 (Gesichtserkennung zur Massenüberwachung ablehnen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  4. Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Programm zur Landtagswahl 2026, S. 36 (Überwachungsdruck in öffentlichen Räumen entgegenwirken, Massenüberwachung im öffentlichen Raum ablehnen), geprüft gegen Volltext 2026-08-12
  5. Geprüft, tragen die Videofrage NICHT (deshalb null): FDP (S. 48 Waffenverbotszonen/anlasslose Personenkontrollen = anderes Instrument; einzige sicherheitsbezogene Video-Aussage pro Video: 'Diebstahlprävention stärken wir durch Video' an Fahrradabstellanlagen), AfD (Kap. VIII Nr. 2 'jede Form anlassloser Überwachung' im Kontext digitaler Datenspeicherung), BSW (S. 10 Überwachungs-Passage im Meinungsfreiheits-Kapitel ohne Video-Bezug)
  6. SPD: keine Erwähnung von Videoüberwachung, Überwachung des öffentlichen Raums, Gesichtserkennung oder Waffenverbotszonen im gesamten Programm (Volltextsuche 2026-08-12)
  7. Kriminalitätszahlen 2025 (172.776 Straftaten, minus 6,2 Prozent; Bedrohungen +7,5, Sexualdelikte +14,1 Prozent): siehe Quellen zu These 24 dieses Katalogs
  8. Zahl und Wirkung bestehender Videoanlagen in Sachsen-Anhalt: noch nicht belegt, zu prüfen wäre eine Evaluation anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik je Standort

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Wie die Thesen ausgewählt wurden und wie Parteipositionen belegt werden, steht in der Methodik. Wie die Positionen aller 15 Parteien im Vergleich aussehen, steht auf der Parteienübersicht.